
BWL: Das beliebteste Studienfach Deutschlands
Betriebswirtschaftslehre, kurz BWL, ist das am häufigsten gewählte Studienfach der Deutschen. Der Fokus dieser wirtschaftswissenschaftlichen Teildisziplin liegt auf allen Aspekten unternehmerischen Handelns. Gesucht werden studierte Betriebswirte in allen ökonomischen Bereichen, vom kleinen Startup bis zum internationalen Konzern.
Mit über 391 Studiengängen an 201 Hochschulen in Deutschland bietet die BWL eine enorme Vielfalt an Spezialisierungs- und Studienmöglichkeiten. Das Studium dauert als Bachelor 6 bis 7 Semester, als Master weitere 3 bis 4 Semester. Die Berufsaussichten sind vielfältig: von Controlling und Marketing über Personalmanagement bis zur Unternehmensberatung.
Voraussetzungen für das BWL-Studium
Für ein BWL-Studium benötigst du eine Hochschulzugangsberechtigung. Je nach Hochschultyp gelten unterschiedliche Voraussetzungen:
| Hochschultyp | Zugangsvoraussetzung | NC (typisch) | Studienformen |
|---|---|---|---|
| Universität | Allgemeine Hochschulreife (Abitur) | 1,5 bis 2,8 (variiert stark) | Vollzeit, Teilzeit |
| Fachhochschule | Fachhochschulreife oder Abitur | 2,0 bis 3,0 oder NC-frei | Vollzeit, Teilzeit, dual |
| Fernhochschule | Fachhochschulreife, Abitur oder berufliche Qualifikation | Meist NC-frei | Berufsbegleitend, Vollzeit |
| Private Hochschule | Fachhochschulreife oder Abitur | NC-frei (Eignungstest) | Vollzeit, dual, berufsbegleitend |
| Duale Hochschule | Abitur oder Fachhochschulreife plus Ausbildungsvertrag | Variiert | Dual (Theorie plus Praxis) |
Mathematik ist eine wichtige Grundlage im BWL-Studium, auch wenn du kein Mathe-Ass sein musst. Grundkenntnisse in Statistik, Analysis und linearer Algebra werden in den ersten Semestern vertieft. Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls wichtig, da Vorlesungen teilweise auf Englisch gehalten werden und Fachliteratur häufig englischsprachig ist.
Studieninhalte im BWL-Studium
Das BWL-Studium gliedert sich in Grundlagen- und Vertiefungsphase. In den ersten Semestern lernst du die Kernfächer, später spezialisierst du dich:
- Grundlagenfächer (1. bis 3. Semester): Einführung in die BWL, VWL, Rechnungswesen (Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung), Mathematik und Statistik, Recht (BGB, HGB) und Wirtschaftsinformatik.
- Vertiefungsfächer (4. bis 6. Semester): Marketing, Controlling, Finanzwirtschaft, Personalmanagement, Logistik und Supply Chain Management, Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung.
- Wahlmodule und Spezialisierungen: International Business, Entrepreneurship, Digitales Marketing, Nachhaltigkeitsmanagement, Immobilienwirtschaft oder Gesundheitsmanagement.
- Praxisphase: Die meisten Studiengänge beinhalten ein Pflichtpraktikum im 5. oder 6. Semester.
- Bachelorarbeit: Wissenschaftliche Abschlussarbeit zu einem selbstgewählten BWL-Thema.
Studienformen: Vollzeit, dual oder berufsbegleitend?
BWL lässt sich in verschiedenen Studienformen absolvieren. Jede hat ihre Vor- und Nachteile:
- Vollzeitstudium: Die klassische Variante an Universitäten und Fachhochschulen. Du studierst in Präsenz und hast Zeit für Praktika und studentisches Engagement. Ideal, wenn du direkt nach dem Abitur studieren möchtest.
- Duales Studium: Kombination aus Theorie an der Hochschule und Praxis im Unternehmen. Du verdienst während des Studiums ein Gehalt und sammelst wertvolle Berufserfahrung. Die Arbeitsbelastung ist allerdings hoch.
- Fernstudium: Berufsbegleitend von zu Hause aus studieren. Maximale Flexibilität, aber hohe Selbstdisziplin erforderlich. Anbieter wie IU, Euro-FH oder AKAD University sind hier führend. Mehr Infos findest du unter Fernstudium: Was ist das?
- Berufsbegleitendes Präsenzstudium: Abend- und Wochenendvorlesungen an Hochschulen, oft an privaten Anbietern. Guter Kompromiss zwischen Präsenz und Flexibilität.
Karrierewege nach dem BWL-Studium
Mit einem BWL-Studium stehen dir Türen in nahezu allen Branchen offen. Hier die wichtigsten Karrierewege:
- Unternehmensberatung: Einer der beliebtesten Einstiege für BWL-Absolventen. Beratungsgesellschaften rekrutieren jährlich zahlreiche Betriebswirte. Einstiegsgehalt: 45.000 bis 65.000 Euro.
- Controlling und Finanzen: Planung, Steuerung und Kontrolle von Unternehmensprozessen. Einstiegsgehalt: 40.000 bis 50.000 Euro.
- Marketing und Vertrieb: Von Marktforschung über Markenmanagement bis Digital Marketing. Einstiegsgehalt: 35.000 bis 48.000 Euro.
- Personalmanagement: Recruiting, Personalentwicklung und HR-Strategie. Einstiegsgehalt: 38.000 bis 48.000 Euro.
- Wirtschaftsprüfung und Steuern: Jahresabschlüsse, Steuererklarungen und Compliance. Einstiegsgehalt: 40.000 bis 52.000 Euro.
- Gründung und Entrepreneurship: Ein BWL-Studium liefert die ideale Grundlage für die eigene Unternehmensgründung.
BWL-Studium im Ausland
Ein BWL-Studium oder Teile davon im Ausland zu absolvieren, bietet enorme Vorteile. Du erwirbst interkulturelle Kompetenz, verbesserst deine Sprachkenntnisse und baust ein internationales Netzwerk auf. Beliebte Zielländer für ein BWL-Auslandssemester sind die Niederlande, Grossbritannien, die USA und Australien.
Informiere dich über die Möglichkeiten eines Studiums in Holland, eines Studiums in der Schweiz oder über Sommerkurse im Ausland. Ein MBA kann nach einigen Jahren Berufserfahrung den nächsten Karriereschritt ermöglichen.
Kosten und Finanzierung des BWL-Studiums
An staatlichen Hochschulen fallen in den meisten Bundesländern keine Studiengebühren an, lediglich der Semesterbeitrag von 150 bis 400 Euro pro Semester. Private Hochschulen und Fernhochschulen kosten zwischen 10.000 und 30.000 Euro für das gesamte Studium. Finanzierungsmöglichkeiten sind BAFöG, Studienkredite, Stipendien und Werkstudentenjobs.
Häufig gestellte Fragen zum BWL-Studium

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Häufige Fragen
An Universitäten brauchst du die Allgemeine Hochschulreife (Abitur), an Fachhochschulen reicht die Fachhochschulreife. An Fernhochschulen ist auch ein Einstieg mit beruflicher Qualifikation (z. B. Meisterbrief) möglich. Ein NC wird nicht überall verlangt.
World of Xchange Redaktion
Experte für internationale Praktika, Studium im Ausland und Work and Travel.


