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Studieren in Holland - von wegen alles Käse

Die Niederlande bieten exzellente Studienbedingungen und ein internationales Studienumfeld.

13 Min. Lesezeit
von World of Xchange Redaktion
Studieren in Holland - von wegen alles Käse

Warum die Niederlande bei deutschen Studierenden so beliebt sind

Die Niederlande gehoeren zu den beliebtesten Studienzielen deutscher Studierender. Jedes Jahr entscheiden sich mehr als 25.000 Deutsche fuer ein Studium beim Nachbarn. Die Gruende sind vielfaeltig: moderne Hochschulen, praxisnahe Lehre, internationale Atmosphaere und Studiengaenge, die es in Deutschland so nicht gibt.

Das niederlaendische Hochschulsystem unterscheidet sich in wichtigen Punkten vom deutschen. Die Betreuung ist persoenlicher, die Gruppen kleiner, und der Unterricht setzt stark auf aktive Mitarbeit und problembasiertes Lernen (Problem Based Learning, PBL). Statt in grossen Hoersaelen zu sitzen, arbeitest du in Kleingruppen an konkreten Fallstudien und Projekten.

Die Staedte sind studentenfreundlich, die Wege kurz und das Fahrrad ist das wichtigste Verkehrsmittel. Amsterdam, Utrecht, Groningen, Maastricht, Leiden und Rotterdam bieten lebendiges Studentenleben. Wenn du auch andere europaeische Studienorte in Betracht ziehst, informiere dich ueber ein Studium in Belgien oder ein Studium in Italien.

Hochschultypen und Studiengaenge

In den Niederlanden gibt es zwei Hochschultypen:

  • Universiteiten (Forschungsuniversitaeten): 14 Universitaeten mit wissenschaftlich-theoretischer Ausrichtung. Bachelor (3 Jahre), Master (1-2 Jahre).
  • Hogescholen (Fachhochschulen): Rund 40 Fachhochschulen mit praxisorientierter Ausrichtung. Bachelor dauert 4 Jahre mit Praktika. Beliebt fuer Physiotherapie, International Business, Logopaedie.

Besonderer Anreiz: In den Niederlanden gibt es Studiengaenge, die in Deutschland nur als Ausbildung angeboten werden, z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopaedie und Hebammenkunde.

Gut zu wissen: Mehr als 2.100 Studiengaenge werden komplett auf Englisch unterrichtet. Niederlaendischkenntnisse brauchst du nicht zwingend. Viele Hochschulen bieten kostenlose Sprachkurse an.

Zulassung: So bewirbst du dich

Die Zulassung ist unkomplizierter als in Deutschland. Einen klassischen Numerus Clausus gibt es nicht. Nur bei wenigen Studiengaengen mit hoher Nachfrage wird ein Numerus Fixus angewandt (Losverfahren oder Auswahlverfahren).

  1. Studiengang auswaehlen: Nutze Studyfinder.nl zum Filtern nach Fach, Sprache, Hochschultyp und Standort.
  2. Voraussetzungen pruefen: Fuer die meisten Bachelorstudiengaenge reicht deutsches Abitur oder Fachabitur.
  3. Ueber Studielink bewerben: Studielink ist das zentrale Bewerbungsportal fuer alle niederlaendischen Hochschulen.
  4. Matching oder Auswahlverfahren absolvieren: Viele Hochschulen laden zu einem Matching-Gespraech oder Eignungstest ein.
  5. Zulassung erhalten und einschreiben: Nach Zusage einschreiben und Studiengebuehren bezahlen.
  6. Wohnung und BSN-Nummer organisieren: Fruehzeitig um Unterkunft kuemmern und Buergerservicenummer beantragen.
Achtung: Die Bewerbungsfrist ueber Studielink ist der 1. Mai fuer Numerus-Fixus-Studiengaenge und der 1. September fuer zulassungsfreie Studiengaenge. Informiere dich rechtzeitig!

Kosten und Finanzierung

Ein Studium in den Niederlanden ist gut finanzierbar, besonders mit der Kombination aus deutschem und niederlaendischem Foerdersystem.

KostenpositionBetrag pro JahrAnmerkung
Studiengebuehren (wettelijk collegegeld)2.530 EUR (2025/26)Einheitlich fuer EU-Studierende
Wohnkosten4.800 - 8.400 EUR400 - 700 EUR/Monat, je nach Stadt
Lebenshaltung (Essen, Transport)3.600 - 5.400 EUR300 - 450 EUR/Monat
Studienmaterial300 - 600 EURBuecher, Skripte, Software
Krankenversicherung0 - 1.500 EURPflichtversicherung ab 32 Stunden Arbeit/Monat
Gesamt ca.11.230 - 18.430 EUR

Zur Finanzierung:

  • Auslands-BAfoG: Auch wer in Deutschland kein BAfoG bekommt, kann foerderberechtigt sein. Studiengebuehren werden zusaetzlich uebernommen.
  • Niederlaendische Studienfinanzierung (DUO): Ab 32 Stunden Arbeit/Monat Anspruch auf Basiszuschuss, Fahrkarte und zinsguenstigen Kredit.
  • Nebenjob: Als EU-Buerger darfst du unbegrenzt arbeiten. Mindestlohn je nach Alter 7 bis 13,68 Euro pro Stunde.
  • Stipendien: Holland Scholarship, Orange Tulip Scholarship und DAAD-Stipendien.
Tipp: Die Kombination aus Auslands-BAfoG und niederlaendischer Studienfinanzierung (DUO) kann dein Studium nahezu vollstaendig finanzieren. 32 Stunden pro Monat (8 pro Woche) reichen fuer den DUO-Anspruch.

Studentenleben in den beliebtesten Hochschulstaedten

Jede Universitaetsstadt hat ihren eigenen Charakter:

  • Amsterdam: Vielfaeltigstes Kulturangebot, hoechste Mieten. UvA und Vrije Universiteit.
  • Maastricht: Beliebt wegen Grenznaehe und Problem Based Learning. Starke internationale Studiengaenge.
  • Groningen: Echte Studentenstadt, fast ein Viertel der Einwohner studiert. Guenstiger als Amsterdam.
  • Utrecht: Viertgroesste Stadt mit aeltester Universitaet. Gemuetliche Grachten, lebendiges Nachtleben.
  • Rotterdam: Moderne Architektur und renommierte Erasmus Universitaet.
  • Leiden: Aelteste Universitaetsstadt (seit 1575) mit historischem Flair.

Sprache und Integration

Die Sprachbarriere ist in den Niederlanden niedrig. Fast alle Niederlaender sprechen fliessend Englisch, viele verstehen Deutsch. Fuer englischsprachige Studiengaenge brauchst du keine Niederlaendischkenntnisse. Trotzdem empfiehlt es sich, die Landessprache zu lernen.

Niederlaendisch ist fuer Deutsche relativ leicht zu erlernen, da beide Sprachen zur westgermanischen Sprachfamilie gehoeren. Viele Woerter sind aehnlich.

  • Supermaerkte und Behoerden kommunizieren problemlos auf Englisch.
  • Fuer Nebenjobs sind Niederlaendischkenntnisse von Vorteil.
  • Studentenvereinigungen (Studieverenigingen) und Sportvereine helfen beim Kennenlernen.

Abschluesse und Karrierechancen

Niederlaendische Abschluesse sind im gesamten europaeischen Hochschulraum anerkannt. Das Bologna-System sorgt fuer volle Kompatibilitaet. Die niederlaendische Wirtschaft bietet gute Karrierechancen, besonders in Technologie, Logistik, Finanzdienstleistungen und Kreativindustrie. Unternehmen wie Philips, ASML, Shell, Unilever und ING haben ihren Hauptsitz in den Niederlanden.

Ein Auslandssemester kann ein guter erster Schritt sein. Alternativ bietet auch die Schweiz spannende Studienmoeglichkeiten in Europa.

Praktische Tipps fuer den Studienstart in den Niederlanden

Der Umzug in die Niederlande fuer ein Studium ist relativ unkompliziert, aber es gibt einige Dinge, die du beachten solltest. Die Wohnungssuche ist in vielen niederlaendischen Staedten eine Herausforderung, besonders in Amsterdam und Utrecht. Beginne fruehzeitig mit der Suche und nutze Plattformen wie Kamernet, Room.nl und Studentenwoningweb. Viele Hochschulen helfen internationalen Studierenden bei der Wohnungssuche, manche garantieren sogar eine Unterkunft fuer das erste Semester.

Nach deiner Ankunft musst du dich bei der Gemeinde (Gemeente) anmelden und deine BSN-Nummer (Burgerservicenummer) beantragen. Diese Nummer brauchst du fuer fast alles: Bankkonto, Krankenversicherung, Nebenjob und Steuererklaerung. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert in der Regel nur wenige Tage.

Das Fahrrad ist in den Niederlanden das wichtigste Verkehrsmittel. Kauf dir so schnell wie moeglich ein gebrauchtes Fahrrad, denn ohne Rad bist du in hollaendischen Staedten aufgeschmissen. Gebrauchte Raeder findest du auf Marktplaats.nl, dem niederlaendischen eBay Kleinanzeigen, oder bei speziellen Fahrradhaendlern fuer Studierende. Rechne mit 50 bis 150 Euro fuer ein solides Gebrauchtrad. Vergiss nicht ein gutes Schloss, denn Fahrraddiebstahl ist leider weit verbreitet.

Die niederlaendische Krankenversicherung ist ein wichtiges Thema. Als EU-Buerger kannst du in den ersten Monaten deine deutsche Krankenversicherung nutzen (mit der Europaeischen Krankenversicherungskarte EHIC). Sobald du aber einen Nebenjob mit mehr als 32 Stunden pro Monat annimmst, bist du verpflichtet, eine niederlaendische Basisversicherung abzuschliessen. Die Kosten liegen bei etwa 120 bis 140 Euro pro Monat.

Das Vereinsleben spielt in den Niederlanden eine grosse Rolle. Jede Hochschule hat zahlreiche Studieverenigingen (Fachvereine), Sportvereine und internationale Studentenorganisationen wie ESN (Erasmus Student Network). Der Beitritt zu einem oder mehreren Vereinen ist der beste Weg, um Niederlaender kennenzulernen, Freundschaften zu schliessen und sich schnell in der neuen Stadt einzuleben. Viele dieser Vereine organisieren auch regelmaessig Partys, Ausfluege und kulturelle Events.

Video Vorschau: Warum studieren so viele Deutsche in Holland?

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Häufige Fragen

Nein, einen klassischen NC gibt es nicht. Nur bei wenigen Studiengaengen wird ein Numerus Fixus per Losverfahren angewandt.

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World of Xchange Redaktion

Experte für internationale Praktika, Studium im Ausland und Work and Travel.

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