
Warum Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz so wichtig ist
Umweltbewusstsein ist längst nicht mehr nur ein Thema für den privaten Alltag. Arbeitnehmer verbringen durchschnittlich 34,8 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz, und die Betriebe, für die sie arbeiten, verursachen erhebliche Emissionen. Die Hebel für strukturveränderndes Handeln am Arbeitsplatz sind oft grösser als im Privaten. Deshalb ist es besonders wirkungsvoll, sich dort für Nachhaltigkeit einzusetzen.
Unternehmen und Mitarbeiter können gemeinsam dazu beitragen, den ökologischen Fussabdruck am Arbeitsplatz zu verringern. Von der Reduzierung des Papierverbrauchs über energieeffiziente Büroausstattung bis hin zu nachhaltigen Dienstreisen gibt es zahlreiche Ansatzpunkte. Immer mehr Unternehmen erkennen zudem, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Kostenfaktor ist, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung von Fachkräften.
Konkrete Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Büroalltag
Der Weg zu einem nachhaltigen Arbeitsplatz beginnt mit kleinen Schritten. Die folgenden Massnahmen lassen sich in jedem Büro umsetzen:
| Bereich | Massnahme | Einsparpotenzial | Umsetzung |
|---|---|---|---|
| Papier | Beidseitig drucken, digitale Dokumente bevorzugen | Bis zu 50 Prozent weniger Papierverbrauch | Sofort umsetzbar |
| Energie | Geräte in den Ruhezustand versetzen, LED-Beleuchtung | 20 bis 30 Prozent Stromersparnis | Kurzfristig |
| Mobilität | Jobticket, Fahrradförderung, Remote Work | Erhebliche CO2-Reduktion | Mittelfristig |
| Beschaffung | Nachhaltige Büromaterialien, regionale Lieferanten | Ressourcenschonung | Mittelfristig |
| Ernährung | Regionale Kantine, Mehrweggeschirr, weniger Fleisch | Bis zu 40 Prozent weniger CO2 bei Mahlzeiten | Kurzfristig |
| Abfall | Konseqünte Mülltrennung, Einwegplastik vermeiden | Höhere Recyclingquote | Sofort umsetzbar |
Energie sparen am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Tipps
Der Energieverbrauch ist einer der grössten Hebel für mehr Nachhaltigkeit im Büro. Mit einfachen Gewohnheiten kannst du bereits viel bewirken:
- Computer und Bildschirm: Versetze deinen Computer beim Verlassen des Arbeitsplatzes in den Ruhezustand. Ein durchschnittlicher PC verbraucht im Leerlauf etwa 80 Watt, im Standby nur 2 bis 5 Watt.
- Beleuchtung: Nutze Tageslicht, wo möglich, und schalte künstliches Licht in ungenutzten Räumen aus. LED-Lampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen.
- Heizung und Klimaanlage: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 Prozent Heizenergie. Im Sommer ist eine Raumtemperatur von 24 bis 26 Grad optimal.
- Steckdosenleisten: Verwende abschaltbare Steckdosenleisten, um Standby-Verbrauch zu eliminieren. Geräte im Standby verursachen bis zu 10 Prozent des Stromverbrauchs in Büros.
- Drucker und Kopierer: Zentrale Druckstationen statt individüller Drucker sparen Energie und reduzieren unnötige Ausdrucke.
Nachhaltige Mobilität: Der Arbeitsweg als Hebel
Der tägliche Arbeitsweg ist für viele Berufstätige der grösste individülle CO2-Verursacher. Hier gibt es erhebliches Einsparpotenzial:
- Öffentliche Verkehrsmittel: Das Deutschlandticket macht den Umstieg auf Bus und Bahn so günstig wie nie. Viele Arbeitgeber bezuschussen das Ticket zusätzlich.
- Fahrrad und E-Bike: Dienstrad-Leasing wird steuerlich gefördert und ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber attraktiv.
- Remote Work: Homeoffice-Tage reduzieren Pendelverkehr und sparen CO2. Zwei Tage Homeoffice pro Woche können den Pendel-Fussabdruck um 40 Prozent senken.
- Fahrgemeinschaften: Apps wie BlaBlaCar oder firmeninterne Mitfahrbörsen helfen bei der Organisation.
- Dienstreisen: Videokonferenzen statt Flugreisen, und wenn Reisen nötig sind, die Bahn bevorzugen.
Nachhaltigkeit als Karrierefaktor
Umweltbewusstes Handeln im Beruf ist nicht nur gut für den Planeten, sondern auch für deine Karriere. Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeiter mit Nachhaltigkeitskompetenz. Neue Berufsfelder wie Nachhaltigkeitsmanagement, ESG-Reporting oder Circular-Economy-Beratung entstehen und bieten attraktive Karriereperspektiven.
Wenn du dich in Richtung Nachhaltigkeit weiterentwickeln möchtest, gibt es zahlreiche Fernstudien und Weiterbildungen, die dir den Einstieg ermöglichen. Auch ein Auslandssemester mit Fokus auf Umweltwissenschaften oder nachhaltige Wirtschaft kann dein Profil schärfen.
Besonders spannend: Wer internationale Erfahrungen mit Nachhaltigkeitskompetenz verbindet, hat auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Chancen. Viele internationale Organisationen und NGOs suchen gezielt nach Fachkräften mit dieser Kombination.
Was Unternehmen strukturell verändern können
Individülles Verhalten ist wichtig, aber die grössten Hebel liegen auf der organisatorischen Ebene. Unternehmen können ihre Umweltbilanz deutlich verbessern, indem sie folgende Massnahmen umsetzen:
- Energieversorgung: Umstieg auf erneuerbare Energien und energetische Sanierung von Gebäuden
- Lieferkette: Regionale Lieferanten bevorzugen und Transportwege verkürzen
- Digitalisierung: Papierlose Prozesse, Cloud-Lösungen und digitale Zusammenarbeit
- Beschaffung: Nachhaltige Büromöbel, Recycling-Materialien und langlebige Geräte
- Unternehmenskultur: Nachhaltigkeit in Leitbild und Strategie verankern
Dein persönlicher Aktionsplan für mehr Nachhaltigkeit
Statt alles auf einmal umzusetzen, empfehlen wir einen schrittweisen Ansatz. Beginne mit den Massnahmen, die am einfachsten umzusetzen sind, und arbeite dich zu den grösseren Veränderungen vor. Sprich mit Kollegen und Vorgesetzten über deine Ideen und versuche, Verbündete zu finden. Gemeinsam lässt sich mehr erreichen als allein.
Häufig gestellte Fragen zu Nachhaltigkeit im Beruf

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Häufige Fragen
Du kannst sofort mit einfachen Massnahmen beginnen: beidseitig drucken, Computer in den Ruhezustand versetzen, Mehrwegbecher nutzen und den Arbeitsweg mit dem Rad oder ÖPNV zurücklegen. Auch die Gründung eines Green Teams kann viel bewirken.
World of Xchange Redaktion
Experte für internationale Praktika, Studium im Ausland und Work and Travel.


