Zum Hauptinhalt springen
Karriere

Umweltbewusstsein im Beruf: Warum nachhaltiges Handeln auch im Job wichtig ist

Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz wird immer wichtiger. Erfahre, wie du im Berufsalltag umweltbewusster handeln kannst und welche Massnahmen wirklich etwas bringen.

10 Min. Lesezeit
von World of Xchange Redaktion
Umweltbewusstsein im Beruf: Warum nachhaltiges Handeln auch im Job wichtig ist

Warum Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz so wichtig ist

Umweltbewusstsein ist längst nicht mehr nur ein Thema für den privaten Alltag. Arbeitnehmer verbringen durchschnittlich 34,8 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz, und die Betriebe, für die sie arbeiten, verursachen erhebliche Emissionen. Die Hebel für strukturveränderndes Handeln am Arbeitsplatz sind oft grösser als im Privaten. Deshalb ist es besonders wirkungsvoll, sich dort für Nachhaltigkeit einzusetzen.

Unternehmen und Mitarbeiter können gemeinsam dazu beitragen, den ökologischen Fussabdruck am Arbeitsplatz zu verringern. Von der Reduzierung des Papierverbrauchs über energieeffiziente Büroausstattung bis hin zu nachhaltigen Dienstreisen gibt es zahlreiche Ansatzpunkte. Immer mehr Unternehmen erkennen zudem, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Kostenfaktor ist, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung von Fachkräften.

Gut zu wissen: Laut Umweltbundesamt spart die Verwendung von Recyclingpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier 78 Prozent Wasser, 68 Prozent Energie und 15 Prozent CO2-Emissionen. Der Umstieg auf Recyclingpapier ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Büro.

Konkrete Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Büroalltag

Der Weg zu einem nachhaltigen Arbeitsplatz beginnt mit kleinen Schritten. Die folgenden Massnahmen lassen sich in jedem Büro umsetzen:

BereichMassnahmeEinsparpotenzialUmsetzung
PapierBeidseitig drucken, digitale Dokumente bevorzugenBis zu 50 Prozent weniger PapierverbrauchSofort umsetzbar
EnergieGeräte in den Ruhezustand versetzen, LED-Beleuchtung20 bis 30 Prozent StromersparnisKurzfristig
MobilitätJobticket, Fahrradförderung, Remote WorkErhebliche CO2-ReduktionMittelfristig
BeschaffungNachhaltige Büromaterialien, regionale LieferantenRessourcenschonungMittelfristig
ErnährungRegionale Kantine, Mehrweggeschirr, weniger FleischBis zu 40 Prozent weniger CO2 bei MahlzeitenKurzfristig
AbfallKonseqünte Mülltrennung, Einwegplastik vermeidenHöhere RecyclingquoteSofort umsetzbar

Energie sparen am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Tipps

Der Energieverbrauch ist einer der grössten Hebel für mehr Nachhaltigkeit im Büro. Mit einfachen Gewohnheiten kannst du bereits viel bewirken:

  1. Computer und Bildschirm: Versetze deinen Computer beim Verlassen des Arbeitsplatzes in den Ruhezustand. Ein durchschnittlicher PC verbraucht im Leerlauf etwa 80 Watt, im Standby nur 2 bis 5 Watt.
  2. Beleuchtung: Nutze Tageslicht, wo möglich, und schalte künstliches Licht in ungenutzten Räumen aus. LED-Lampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen.
  3. Heizung und Klimaanlage: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 Prozent Heizenergie. Im Sommer ist eine Raumtemperatur von 24 bis 26 Grad optimal.
  4. Steckdosenleisten: Verwende abschaltbare Steckdosenleisten, um Standby-Verbrauch zu eliminieren. Geräte im Standby verursachen bis zu 10 Prozent des Stromverbrauchs in Büros.
  5. Drucker und Kopierer: Zentrale Druckstationen statt individüller Drucker sparen Energie und reduzieren unnötige Ausdrucke.
Tipp: Schlage deinem Arbeitgeber die Gründung eines Green Teams vor. Das sind freiwillige Mitarbeitergruppen, die Nachhaltigkeitsmassnahmen im Unternehmen vorantreiben. Studien zeigen, dass Green Teams die Mitarbeiterzufriedenheit steigern und gleichzeitig messbare Umweltverbesserungen erzielen.

Nachhaltige Mobilität: Der Arbeitsweg als Hebel

Der tägliche Arbeitsweg ist für viele Berufstätige der grösste individülle CO2-Verursacher. Hier gibt es erhebliches Einsparpotenzial:

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Das Deutschlandticket macht den Umstieg auf Bus und Bahn so günstig wie nie. Viele Arbeitgeber bezuschussen das Ticket zusätzlich.
  • Fahrrad und E-Bike: Dienstrad-Leasing wird steuerlich gefördert und ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber attraktiv.
  • Remote Work: Homeoffice-Tage reduzieren Pendelverkehr und sparen CO2. Zwei Tage Homeoffice pro Woche können den Pendel-Fussabdruck um 40 Prozent senken.
  • Fahrgemeinschaften: Apps wie BlaBlaCar oder firmeninterne Mitfahrbörsen helfen bei der Organisation.
  • Dienstreisen: Videokonferenzen statt Flugreisen, und wenn Reisen nötig sind, die Bahn bevorzugen.

Nachhaltigkeit als Karrierefaktor

Umweltbewusstes Handeln im Beruf ist nicht nur gut für den Planeten, sondern auch für deine Karriere. Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeiter mit Nachhaltigkeitskompetenz. Neue Berufsfelder wie Nachhaltigkeitsmanagement, ESG-Reporting oder Circular-Economy-Beratung entstehen und bieten attraktive Karriereperspektiven.

Wenn du dich in Richtung Nachhaltigkeit weiterentwickeln möchtest, gibt es zahlreiche Fernstudien und Weiterbildungen, die dir den Einstieg ermöglichen. Auch ein Auslandssemester mit Fokus auf Umweltwissenschaften oder nachhaltige Wirtschaft kann dein Profil schärfen.

Besonders spannend: Wer internationale Erfahrungen mit Nachhaltigkeitskompetenz verbindet, hat auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Chancen. Viele internationale Organisationen und NGOs suchen gezielt nach Fachkräften mit dieser Kombination.

Was Unternehmen strukturell verändern können

Individülles Verhalten ist wichtig, aber die grössten Hebel liegen auf der organisatorischen Ebene. Unternehmen können ihre Umweltbilanz deutlich verbessern, indem sie folgende Massnahmen umsetzen:

  • Energieversorgung: Umstieg auf erneuerbare Energien und energetische Sanierung von Gebäuden
  • Lieferkette: Regionale Lieferanten bevorzugen und Transportwege verkürzen
  • Digitalisierung: Papierlose Prozesse, Cloud-Lösungen und digitale Zusammenarbeit
  • Beschaffung: Nachhaltige Büromöbel, Recycling-Materialien und langlebige Geräte
  • Unternehmenskultur: Nachhaltigkeit in Leitbild und Strategie verankern
Achtung: Vorsicht vor Greenwashing! Echte Nachhaltigkeit erfordert messbare Ziele und transparente Berichterstattung. Wenn dein Arbeitgeber Nachhaltigkeit nur als Marketing-Instrument nutzt, ohne tatsächliche Massnahmen umzusetzen, schadet das der Glaubwürdigkeit des gesamten Unternehmens.

Dein persönlicher Aktionsplan für mehr Nachhaltigkeit

Statt alles auf einmal umzusetzen, empfehlen wir einen schrittweisen Ansatz. Beginne mit den Massnahmen, die am einfachsten umzusetzen sind, und arbeite dich zu den grösseren Veränderungen vor. Sprich mit Kollegen und Vorgesetzten über deine Ideen und versuche, Verbündete zu finden. Gemeinsam lässt sich mehr erreichen als allein.

Häufig gestellte Fragen zu Nachhaltigkeit im Beruf

Video Vorschau: Nachhaltigkeit im Büro - so geht Umweltschutz im Arbeitsalltag

Laedt ein YouTube-Video (youtube-nocookie.com). Google kann dabei Daten verarbeiten. Datenschutz

Praktische Tipps für mehr Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz: Vom Energiesparen bis zur nachhaltigen Beschaffung.

Häufige Fragen

Du kannst sofort mit einfachen Massnahmen beginnen: beidseitig drucken, Computer in den Ruhezustand versetzen, Mehrwegbecher nutzen und den Arbeitsweg mit dem Rad oder ÖPNV zurücklegen. Auch die Gründung eines Green Teams kann viel bewirken.

NachhaltigkeitKarriereUmweltArbeitsplatz
W

World of Xchange Redaktion

Experte für internationale Praktika, Studium im Ausland und Work and Travel.

Ähnliche Artikel

Bereit für dein Auslandsabenteuer?

Entdecke alle Ratgeber zu Praktika, Studium, Work and Travel und Freiwilligenarbeit.

Alle Ratgeber entdecken