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Praktika

Praktikumsarten: Ein Überblick

Acht Praktikumsarten unterscheiden sich in Dauer, Vergütung und Mindestlohnpflicht: vom Pflichtpraktikum ohne Lohnanspruch bis zum Auslandspraktikum mit bis zu 750 Euro Erasmus-Förderung im Monat.

Aktualisiert am
11 Min. Lesezeit
von World of Xchange Redaktion
Praktikumsarten: Ein Überblick
Verschiedene Praktikumsarten im Vergleich, vom Pflichtpraktikum bis zum Auslandspraktikum. Bild: KI generiert.

Acht Praktikumsarten unterscheiden sich in drei Punkten: wer sie vorschreibt, wie lange sie dauern und ob der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde gilt (Stand: Januar 2026). Das Pflichtpraktikum bleibt ohne Lohnanspruch, beim freiwilligen Praktikum zahlst du ab dem 93. Tag mindestens den Mindestlohn, und beim Auslandspraktikum entscheidet das Recht des Gastlandes.

Das Pflichtpraktikum schreibt deine Studien- oder Ausbildungsordnung vor

Das Pflichtpraktikum ist in der Studien- oder Ausbildungsordnung festgeschrieben und muss absolviert werden, um einen Abschluss zu erhalten. Der Zeitraum ist klar definiert, das Unternehmen weiß, was es erwartet, und du wirst als Pflichtpraktikant nicht dem Mindestlohngesetz unterstellt.

Dauer: Je nach Studiengang zwischen 8 Wochen und 6 Monaten. Ingenieur- und Wirtschaftsstudiengänge fordern oft ein Vorpraktikum plus ein Praxissemester. Lehramtsstudierende absolvieren häufig mehrere Schulpraktika im Laufe des Studiums.

Vergütung: Kein gesetzlicher Anspruch auf Mindestlohn, aber viele Unternehmen zahlen freiwillig eine Aufwandsentschädigung zwischen 300 und 800 Euro monatlich.

Typische Branchen: Ingenieurwesen, BWL, Soziale Arbeit, Lehramt, Medizin, Architektur.

Gut zu wissen: Auch wenn beim Pflichtpraktikum kein Mindestlohn gilt, hast du trotzdem Rechte. Der Arbeitgeber muss dir eine Bescheinigung ausstellen und für angemessene Betreuung sorgen. Prüfe außerdem, ob dein Praktikumsvertrag alle wichtigen Punkte abdeckt.

Das freiwillige Praktikum organisierst du aus eigener Initiative

Das freiwillige Praktikum organisierst du selbst und es ist nicht durch eine Ausbildungs- oder Studienordnung vorgeschrieben. Es gibt zwei wichtige Varianten:

  • Orientierungspraktikum: Vor dem Studium oder der Ausbildung (bis zu 3 Monate, kein Mindestlohn). Ideal, um herauszufinden, ob ein Berufsfeld zu dir passt.
  • Studienbegleitendes freiwilliges Praktikum: Ebenfalls bis zu 3 Monate ohne Mindestlohnpflicht, danach gilt der gesetzliche Mindestlohn.

Dauer: Flexibel, von wenigen Wochen bis zu 6 Monaten. Ab dem 93. Tag eines freiwilligen Praktikums greift der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde, seit 1. Januar 2026 laut Mindestlohnkommission und Bundesregierung.

Vergütung: Bis 3 Monate kein gesetzlicher Anspruch, danach Mindestlohn. Viele Tech-Unternehmen, Unternehmensberatungen und Medienhäuser zahlen deutlich darüber.

Typische Branchen: Marketing, IT, Medien, NGOs, Startups, Consulting.

Beim Auslandspraktikum gilt das Arbeitsrecht des Gastlandes

Ein Auslandspraktikum ist kein eigener Praktikumstyp im rechtlichen Sinne, sondern eine geografische Variante des Pflicht- oder freiwilligen Praktikums. Im Ausland gilt deutsches Arbeitsrecht nicht. Es gelten die Gesetze des Gastlandes. Zusätzlich kommen praktische Fragen hinzu: Visum, Krankenversicherung, Unterkunft, Währung.

Dauer: Typischerweise 3 bis 6 Monate. Das EU-Förderprogramm Erasmus+ ermöglicht Aufenthalte von 2 bis 12 Monaten innerhalb Europas.

Vergütung: Stark abhängig vom Land. In Großbritannien, Nordamerika und der Schweiz sind bezahlte Praktika die Regel. In Südeuropa und vielen Entwicklungsländern häufig unbezahlt.

Förderung: Erasmus+ zahlt für Praktikumsaufenthalte im Studienjahr 2025/26 monatlich 640 bis 750 Euro, gestaffelt nach Zielland. Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und viele Hochschulen haben zusätzliche eigene Stipendien.

Typische Länder: Spanien, UK, USA, Frankreich, Australien, Kanada, Niederlande.

Tipp: Wer ein Auslandspraktikum plant, sollte früh mit der Organisation beginnen, idealerweise 6 bis 9 Monate im Voraus. Für Länder außerhalb der EU brauchst du ein Visum, und das Praktikumsunternehmen muss oft einen Nachweis für die Behörden liefern. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Praktika im Ausland.

Schulpraktikum und Betriebspraktikum

Das Schulpraktikum, auch Betriebspraktikum genannt, ist für Schülerinnen und Schüler meist in Klasse 8 bis 10 verpflichtend vorgesehen. Es dauert in der Regel 1 bis 3 Wochen und hat einen stark orientierenden Charakter: Hier geht es nicht darum, schon produktiv zu arbeiten, sondern einen Beruf von innen zu erleben.

Rechtliche Stellung: Schüler gelten nicht als Arbeitnehmer, sondern als Lernende. Es gibt weder Mindestlohn noch Urlaubsanspruch. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) gilt trotzdem. Arbeitszeiten sind begrenzt.

Typische Branchen: Handwerk, Einzelhandel, Büro, Gesundheitswesen, Gastronomie, je nach Berufswunsch des Schülers.

Vorpraktikum und Praxissemester

Das Vorpraktikum findet vor Beginn des Studiums statt und wird von manchen Hochschulen als Zulassungsvoraussetzung verlangt. Typisch für technische und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge: Vor der Immatrikulation sind oft 8 bis 12 Wochen praktische Arbeit nachzuweisen.

Das Praxissemester ist ein vollständiges Semester, das im Unternehmen absolviert wird, meist im dritten oder vierten Studienjahr an Fachhochschulen und dualen Hochschulen. Es dauert typischerweise 4 bis 6 Monate. Studierende übernehmen eigenständige Projekte und arbeiten wie reguläre Mitarbeiter mit.

Vergütung Praxissemester: Da es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, gilt kein Mindestlohn. In der Praxis zahlen viele Unternehmen dennoch 600 bis 1.200 Euro monatlich.

EQ-Praktikum (Einstiegsqualifizierung)

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein staatlich gefördertes Langzeitpraktikum für Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder besondere Unterstützung beim Berufseinstieg benötigen. Es ist eine Brücke zwischen Schule und Ausbildung.

Dauer: 4 bis 12 Monate, je nach Starttermin (§ 54a SGB III).

Vergütung: Der Zuschuss der Bundesagentur für Arbeit zur Vergütung ist auf 276 Euro monatlich begrenzt, dazu kommt ein Pauschalbetrag zur Sozialversicherung. Manche Unternehmen zahlen freiwillig mehr.

Anrechnung: Eine EQ kann auf eine anschließende Ausbildung angerechnet werden, die Ausbildungszeit verkürzt sich um bis zu 6 Monate.

Zielgruppe: Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz, lernbeeinträchtigte Jugendliche, junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Typische Branchen: Handwerk, Einzelhandel, Gastronomie, Industrie, Pflege.

Wichtig: Die EQ ist kein normales Praktikum und kein Ausbildungsverhältnis. Sie unterliegt besonderen Förderrichtlinien der Bundesagentur für Arbeit. Informiere dich bei deiner lokalen Arbeitsagentur über die genauen Voraussetzungen und Fristen.

Alle 8 Praktikumsarten im Vergleich

ArtTypische DauerMindestlohnZielgruppeBesonderheit
Pflichtpraktikum (Studium)8 Wochen bis 6 MonateNeinStudierendeIn Studienordnung vorgeschrieben
Freiwilliges Praktikum bis 3 Monatebis 3 MonateNeinSchüler, Studierende, AbsolventenOrientierung und Berufserfahrung
Freiwilliges Praktikum ab 3 Monateab 3 MonateJa (13,90 Euro/Std.)Studierende, AbsolventenMindestlohn ab Tag 93
Schulpraktikum / Betriebspraktikum1-3 WochenNeinSchülerBerufsorientierung
Vorpraktikum8-12 WochenNeinStudienbewerberZulassungsvoraussetzung
Praxissemester4-6 MonateNein (Pflichtpraktikum)FH-StudierendeVollständiges Studiensemester
EQ-Praktikum4-12 MonateNein (Zuschuss bis 276 Euro/Monat)Schulabgänger ohne AusbildungsplatzAuf Ausbildung anrechenbar
Auslandspraktikum3-6 MonateLandesrecht des GastlandesStudierende, AbsolventenErasmus+-Förderung 640-750 Euro/Monat

5 Kriterien für die Wahl des richtigen Praktikums

Bei der Wahl des Praktikums solltest du nicht nur auf den Klang des Unternehmensnamens schauen. Relevanter sind:

  • Aufgabenbereich: Wirst du echte Projekte übernehmen oder nur Kaffee kochen und Kopieren?
  • Betreuung: Gibt es einen festen Ansprechpartner, der dir Feedback gibt?
  • Vergütung: Stimmt die Vergütung mit dem gesetzlichen Rahmen überein?
  • Lernpotenzial: Kannst du Fähigkeiten aufbauen, die deinen Lebenslauf stärken?
  • Branchenbezug: Passt das Unternehmen zu deinen mittelfristigen Karrierezielen?

Nützliche Plattformen für die Suche: Praktikum.com, Indeed, LinkedIn, AIESEC (für internationale Praktika), Erasmus+ Datenbank und die Jobbörsen der jeweiligen Hochschulen. Wenn du dich für die Bewerbung vorbereiten möchtest, hilft dir unser Artikel über die Bewerbung für ein Praktikum weiter.

In 8 Schritten zum richtigen Praktikum

Die Suche nach dem passenden Praktikum erfordert Strategie und Planung. So gehst du am besten vor:

  1. Selbstanalyse: Was interessiert dich? Welche Branche, welche Aufgaben? Schreibe dir drei bis fünf Bereiche auf, die dich ansprechen.
  2. Recherche: Durchsuche Jobbörsen (Indeed, LinkedIn, Praktikum.com), Hochschul-Karriereportale und Unternehmenswebseiten nach passenden Stellen.
  3. Bewerbung vorbereiten: Erstelle einen aktuellen Lebenslauf und ein individuelles Anschreiben. Für Auslandspraktika: auf Englisch oder in der Landessprache.
  4. Bewerbung senden: Beachte Fristen. Viele Großunternehmen setzen ihren Bewerbungsschluss 3-6 Monate vor Praktikumsbeginn an.
  5. Vorstellungsgespräch: Bereite dich auf Fragen zu deiner Motivation, deinen Stärken und dem Unternehmen vor.
  6. Vertrag prüfen: Vor dem Start den Praktikumsvertrag sorgfältig lesen und auf die Pflichtinhalte achten.
  7. Praktikum absolvieren: Zeige Eigeninitiative, stelle Fragen und sammle Feedback. Dokumentiere deine Aufgaben für den Praktikumsbericht.
  8. Nachbereitung: Bitte um ein Praktikumszeugnis und reflektiere deine Erfahrungen. Was hast du gelernt? Was würdest du anders machen?

5 häufige Fehler bei der Praktikumswahl

Auch bei Praktika gibt es typische Fallstricke, die du vermeiden solltest:

  • Nur auf den Firmennamen schauen: Ein großer Name garantiert kein gutes Praktikum. Achte auf konkrete Aufgaben und Betreuung.
  • Zu viele oder zu wenige Praktika machen: Ein bis zwei relevante Praktika sind ideal. Mehr als drei wirken auf Arbeitgeber eher wie Orientierungslosigkeit.
  • Vergütung ignorieren: Prüfe, ob du Anspruch auf Mindestlohn hast (ab 13,90 Euro pro Stunde bei freiwilligen Praktika über 3 Monate).
  • Keinen Vertrag abschließen: Bestehe immer auf einem schriftlichen Vertrag, auch bei kurzen Praktika.
  • Kein Feedback einholen: Nutze regelmäßige Feedbackgespräche, um dich zu verbessern und die Zusammenarbeit zu optimieren.
Video Vorschau: Auslandspraktikum im Studium – So klappt es ganz einfach!

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Alles was du über Auslandspraktika wissen musst, von der Bewerbung bis zum Start.

Häufige Fragen

Ein Pflichtpraktikum ist Teil deines Studiums oder deiner Ausbildung und vorgeschrieben. Ein freiwilliges Praktikum machst du aus eigener Initiative. Der wichtigste praktische Unterschied: Beim Pflichtpraktikum gilt kein Mindestlohn, beim freiwilligen ab dem 93. Tag schon.

Quellen

  1. Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, abgerufen am 15. September 2026
  2. § 54a SGB III, Einstiegsqualifizierung, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 15. September 2026
  3. Einstiegsqualifizierung (EQ), Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 15. September 2026
  4. Förderung: Erasmus+ Praktikum, Freie Universität Berlin, abgerufen am 15. September 2026
PraktikumBerufserfahrungAuslandspraktikumStudium
W

World of Xchange Redaktion

Experte für internationale Praktika, Studium im Ausland und Work and Travel.

Der Content wurde mit Hilfe von KI erstellt, vor allem in der Recherche und Vorformulierung. Prüfung und Abnahme durch unsere Redaktion.

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