Weiterbildung für Frauen

Förderangebote an VHS und Abendschulen
Weiterbildungen für den Betriebsrat

Nach wie vor sind es zum großen Teil Frauen, die nach der Elternzeit in den Beruf wieder neu einsteigen müssen. Das kann angesichts fehlender Betreuungsplätze kompliziert werden. Oft finden sie keine Arbeit oder müssen Teilzeitstellen annehmen, von denen sie nicht leben können. Erschwerend kommt der fehlende Kontakt zu aktuellen Entwicklungen im Beruf hinzu, was wiederum zu schlechteren Einstellungschancen führt.

Spezielle Programme und Finanzierungen für Frauen unterstützen Frauen dabei, im Beruf weiterzukommen oder wieder einzusteigen.

Perspektive Wiedereinstieg – Hilfsprogramm für Wiedereinsteiger

Die Agentur für Arbeit und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben das Aktionsprogramm “Perspektive Wiedereinstieg” ins Leben gerufen, um Berufschancen von Männern und Frauen, aber auch die eigenständige Alterssicherung von Frauen zu fördern.

Das Programm richtet sich vor allem an Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, die nach der Elternzeit wieder in den Beruf zurück wollen, und an Unternehmen, die so das Potenzial dieser Gruppe erkennen soll.

Unterstützt werden die Frauen vor allem durch haushaltsnahe Dienstleistungen. Dadurch ist es Frauen möglich, nach der Elternzeit unabhängig von der Kinderbetreuung wieder in den Beruf einzusteigen, Weiterbildungen zu absolvieren oder eine neue Berufsausbildung zu machen. Über die ESF-Förderprogramme können Interessierte gefördert werden.

Informatik für Frauen – Weiterbildung in Computerwissenschaften

Einmal im Jahr finden im Rahmen des Projektes “Informatica Femmale” in Baden-Württemberg und in Bremen Lehrveranstaltungen zur Informatik für Studentinnen und an Weiterbildung interessierten Frauen an. Dabei stehen vor allem Berufübergang, Studieneinstieg, Verbleib im Studium, aber auch Weiterbildung auf Hochschulniveau im Bereich Informatik im Mittelpunkt.

Das Angebot umfasst das ganze Fachgebiet Informatik mit theoretischer, angewandter, praktischer und technischer Informatik, Gesellschaft und allgemeiner Informatik. Neben zahlreichen Lehrveranstaltungen kommt hier auch das Networking nicht zu kurz.

Da es sich hier um ein Projekt des Ideen-Wettbewerbs des Deutsch-Türkischen-Wissenschaftsjahres 2014/2015 stammen die Dozentinnen und Teilnehmerinnen aus verschiedenen Ländern.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Unterstützungen durch den Bildungsgutschein oder ähnlichem sind hier nicht möglich. Die Kosten für diese Weiterbildung können jedoch von der Steuer beim Finanzamt abgesetzt werden.

Weiterbildungen über die Agentur für Arbeit

Vor allem für Frauen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Weiterbildung machen möchten, ist die Agentur für Arbeit der erste Ansprechpartner. Die Agentur vermittelt neben Veranstaltungen für den Wiedereinstieg von Frauen auf den ersten Arbeitsmarkt auch Möglichkeiten zur regulären Weiterbildung. Finanziert werden diese Veranstaltungen durch einen Bildungsgutschein, mit dem unter anderen die Kosten für die Kinderbetreuung, die Fahrtkosten und Lehrgangskosten während der Weiterbildung übernommen werden können.

Teilzeit-Weiterbildung – ideal für Mütter

Teilzeit-Weiterbildung bedeutet nicht, dass nur eine halbe Weiterbildung stattfindet. Sie bedeutet, dass der Unterricht nur an einem halben Tag stattfindet – ähnlich einer beruflichen Teilzeit. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Unterricht an einem Samstag oder in der Woche stattfindet.

Diese Art Weiterbildung eignet sich vor allem für junge Mütter sehr gut, die aufgrund der fehlenden oder mangelnden Kinderbetreuung keine Weiterbildung in Vollzeit absolvieren können. Auch die Finanzierung einer Teilzeit-Weiterbildung ist oft einfacher zu stemmen. Viele Anbieter von Teilzeit-Weiterbildungen gestatten eine monatliche  Zahlung der Lehrgangskosten.

Finanzierung der Weiterbildungen

Je nachdem, um was für eine Weiterbildung es sich handelt und welche Voraussetzungen vorliegen, kann eine Weiterbildung durch den Staat gefördert werden. Mit dem Weiterbildungsscheck der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank werden bis zu 80 % der Weiterbildung finanziert.

Für die Bewilligung des Bildungsschecks müssen bei der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank drei Weiterbildungen eingereicht werden. Voraussetzungen sind ein  Wohnsitz in Sachsen und eine Weiterbildung von mindestens 1.000 Euro Kosten.

Wer mindestens 25 Jahre alt ist, wenigstens 15 Stunden pro Woche arbeitet, ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von weniger als 20.000 Euro besitzt und eine Weiterbildung mit Kosten von nicht mehr als 1.000 Euro machen möchte, kann nach einem Beratungsgespräch in einer der 530 Bildungsprämienberatungsstellen einen Prämiengutschein erhalten.

Für den Erhalt eines Bildungsgutscheins muss die Weiterbildung dazu dienen, die Frauen wieder beruflich einzugliedern eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder ihre Möglichkeiten aufgrund eines fehlenden Berufsabschlusses zu verbessern.

Die Entscheidung über die Vergabe eines Bildungsgutscheins fällt die Agentur für Arbeit. Sie erwägt, ob diese Weiterbildung Sinn macht oder andere Maßnahmen für die Frauen sinnvoller sind.  Den Bildungsgutschein erhält nur, wer eine Berufsausbildung abgeschlossen oder mindestens drei Jahre berufstätig war.

Die Arbeitgeber-Arbeiternehmer-Finanzierung ist eine weitere Möglichkeit der Finanzierung. Bei diesem Modell teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Kosten für die Weiterbildung. Als Gegenzug bindet sich der Arbeitnehmer bis zu einer bestimmten Frist an das Unternehmen. Bei einem früheren Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Unternehmen muss er die gesamten Kosten der Weiterbildung tragen.

Findet die Weiterbildung im Rahmen von Kurzarbeit statt, kann die Weiterbildung geringqualifizierter Arbeitnehmer durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden. Dazu muss lediglich ein Bildungsbedarf bestehen, die Weiterbildung bei einem zertifierten Bildungsträger absolviert werden und die Weiterbildung muss innerhalb der Kurzarbeit beendet worden sein. Erstattet werden die Lehrgangskosten, Kinderbetreuungskosten und Fahrgeld.

Wenn alle Stricke reißen und keine Finanzierungsmöglichkeit greift, bleibt noch immer der KfW-Studienkredit für ein Studium an einer staatlich anerkannten Hochschule. Gefördert werden deutsche Staatsangehörige und Familienangehörige deutscher Staatsangehöriger, die sich seit mindestens drei Jahren in Deutschland aufhalten. Dabei sind Förderbeträge von bis zu 650 Euro monatlich möglich.

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