Praktikum in den USA

Man kann den Lebenstil lieben oder hassen, ebenso gilt ihr Gebaren in der Wirtschaft als ebenso wegweisend wie verstörend. Tatsache ist: An den USA kommen Studenten und Berufsanfänger kaum vorbei. Doch besser, als mit vorschnellen USA-Klischees zu hantieren ist es, eigene Erfahrungen zu machen.

Zu den besten Gelegenheiten, Schein und Sein des “American Way Of Life” zu überprüfen, gehört nach wie vor ein Praktikum in den USA. Dabei sammeln Sie wertvolle Auslandserfahrungen in einer der wichtigsten Nationen der Welt, perfektionieren Ihr Englisch und können erste Kontakte zur Berufswelt knüpfen.

Jobben zwischen L.A. und NYC

Einst galten die USA als gelobtes Land für Goldsucher und Glücklose aus allen Teilen der Welt. Auch, wenn sich seit dem einiges an der Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten geändert hat, die Faszination auf Starlets und Karrieristen ist ungebrochen.

Irgendwo zwischen L.A. und New York, zwischen Hollywood und Wall Street, hoffen sie auf Erfolg und Erfüllung, allein durch Ehrgeiz und harte Arbeit. “Vom Tellerwäscher zum Millionär”, eben. Doch zwischen den Glitzer-Metropolen liegen der erzkonservative “Bible Belt” und der bodenständige Mittlere Westen.

Hier wiederum: die amerikanische Durchschnitts-Stadt Peoria sowie die Gewerkschaftshochburgen Cleveland und Detroit, deren große Zeit als Standort für Autoproduktion und Musik (“Motown”) schon einige Jahre her ist. Keine Frage: Die USA sind ein Land der Gegensätze. Aber genau das macht ein Studium in den USA oder Praktikum in den USA für viele so spannend.

Formalitäten im USA Praktikum

Allerdings ist das in der Regel an viele Formalitäten gebunden: Um ein Praktikum in den USA absolvieren zu können, müssen Sie entweder Student oder Azubi sein. Gleiches gilt für Auslandsaufenthalte mit wechselnden Arbeitgebern (“Work & Travel USA“).

Wer als Abiturient eine Zeit lang in den USA arbeiten möchte, kann sich allerdings auch als Freiwilliger in einem Hilfsprojekt engagieren (z.B. Nationalparks, Street Working etc.).

Legal Sponsor ist die Voraussetzung für ein Praktikum in den USA

Um überhaupt in die USA reisen zu dürfen, benötigen Sie das J1-Visum. Um ihnen das erteilen zu können, muss der US-amerikanische Staat davon ausgehen können, dass sie dem “home of the brave” keinen Schaden einbringen (Terrorismus, Krankheiten, finanzielle Abhängigkeit).

Daher ist allein der Erhalt des Sichtvermerk eine der größten Hürden auf Ihrem Weg in die USA. Das heißt, bevor Sie einen Praktikumsplatz suchen, benötigen Sie einen “Legal Sponsor“, sprich: jemanden, der sich vor dem amerikanischen Gesetz für Ihre Integrität verbürgt. Das ist in der Regel die Austauschorganisation (z.B. Travelworks), zuweilen auch ihr zukünftiger Arbeitgeber oder Ihre derzeitige Uni.

Wichtig: Um bis zum Beginn des Praktikums genügend Zeit zu haben, sollten Sie sich am besten ein halbes bis ganzes Jahr um einen Legal Sponsor kümmern.

Praktikumsplatz in den USA und Prüfung

Haben Sie einen gesetzliche Bürgen gefunden, geht es an die Suche nach einem Praktikumsplatz. Übliche Quellen dafür sind US-amerikanische Branchenverzeichnisse und Jobbörsen. Mit der Zusage (mindestens drei Monate vor Start des Praktikums) in Händen, kontaktieren Sie wieder Ihren Sponsor.

Ihr Leumund führt zunächst eine Prüfung durch und leitet das Ergebnis anschließend weiter. Dabei werden Daten zu Ihrer Person und das Praktikum erhoben. Außerdem ist wichtig, wie lang Sie bleiben und dass Sie über genügend finanzielle Mittel verfügen, um dem US-amerikanischen Staat nicht zur Last zu fallen. Diese Prüfung kostet ca. 500 USD. Weitere Kosten, die Sie berücksichtigen sollten, fallen an für

  • die schriftliche Bestätigung, dass Ihr Praktikum entlohnt wird
  • die Expertise bezüglich Ihrer vermutlichen Lebenshaltungskosten
  • den detaillierten Plan mit Zielen und Inhalten des Praktikums

Vordokument und Visum für ein Praktikum in den USA

Als Gegenleistung erhalten Sie das Vordokument DS-2019 zur Vorlage beim US-Konsulat. Dieses Dokument gilt als Grundlage zum Antrag für Ihr J1-Visum. Der Antrag ist in der Regel verbunden mit einem persönlichen Gespräch in der US-Botschaft (Frankfurt, Berlin und München). Interview-Termine können Sie teleofonisch oder online vereinbaren.

Finanzierung eines Praktikums in den USA

Sowohl den US-amerikanischen Staat als auch Sie selbst dürfte interessieren, wie Sie Ihre Zeit auf der anderen Seite des großen Teichs finanzieren wollen. Schließlich werden Sie irgendwo wohnen müssen. Doch besonders in den US-amerikanischen Großstädten müssen sie mit erheblichen Wohnkosten rechnen. Hinzu kommen u.a.

  • Reisekosten
  • Lebensmittel,
  • Tickets (Bus & Bahn)
  • Telefon / Internet
  • Freizeit (z.B. Kino, Sport, Konzerte)
  • Krankenversicherung (i.d.R. als Praktikant versichert)
  • ggf. Zusatzversicherung

Um diese Kosten aufzufangen, können Sie natürlich ein bezahltes Praktikum in den USA absolvieren. Doch es gibt noch weitere Quellen für Fördermittel, z.B.

Leben und Arbeiten in den USA

Haben Sie alle diese Fragen klären können, kann es ja losgehen, oder? Nicht ganz. In den USA werden Sie auf viele bekannte Strukturen treffen, dennoch lohnt es sich, weitere Punkte bei der Organisation zu berücksichtigen:

  • Intern. Studentenausweis: auch im Ausland günstiger Shopping, Kultur-Veranstaltungen etc.
  • Intern. Führerschein: wenn Sie in den USA mobil bleiben wollen (gilt zus. mit dt. Führerschein)
  • Arzt: Check vor der Reise, damit verschleppte Symptome nicht in den USA ausbrechen.

Damit dürfte das Leben in den USA um einiges reibungsloser funktionieren. Dorit angekommen, sollten Sie u.a. ein Konto („Checking Account“ + Debit Card) für ihren regelmäßigen Geldverkehr enrichten. Auch ratsam: Eine USA Telefonkarte oder gleich eine USA.

Ansonsten steht zu befürchten, dass während Ihres Praktikums in den USA Ihre deutsche Telefonrechnung ins Unermessliche wächst. Doch, wenn Sie diese Punkt berücksichtigen, können Sie getrost starten, um eine unvergessliche Zeit in den USA zu erleben und um sich wertvolle Chancen für Ihr späteres Leben zu sichern. Frei nach Frank Sinatra:

“If you can make it here, you can make it anywhere”.

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