Traumberuf Yogalehrer

Wenn Yoga zur Berufung wird

Mehr als fünf Millionen Deutsche praktizieren regelmäßig Yoga. Die Kombination aus innerer Zentrierung, körperlicher Fokussierung und bewussten Atmens ist gerade in Zeiten, in denen Stress, äußerer Druck und persönliche Überforderung überhand nehmen, beliebt wie nie zuvor. Die philosophische Lehre des Yogas ist für viele der Weg zu einem bewussteren und gesünderen Lebens.

Wer seine Liebe zu Yoga entdeckt hat und nicht nur neue Herausforderungen sucht, sondern zudem auch seinem beruflichen Leben eine andere Zielsetzung geben möchte, für den könnte Yogalehrer bzw. Yogalehrerin nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung sein.

Was macht ein Yogalehrer bzw. eine Yogalehrerin?

Yoga-Unterricht findet an verschiedenen Stätten statt. Üblicherweise kann man Yoga-Kurse in speziellen Yogastudios, in Sportvereinen, in Fitnessstudios und an den unterschiedlichsten Kur-, Wellness- und Ferieneinrichtungen besuchen. Dieser Unterreicht wird in den meisten Fällen von ausgebildeten Yogalehrern gehalten, was sich in jedem Fall auch empfiehlt.

Grob besteht eine Yogaeinheit aus

  • den Körperübungen, welche Asanas genannt werden,
  • speziellen Atemübungen, den Pranayamas,
  • sowie der abschließenden Phase der Tiefenentspannung, welche Savasana genannt wird.

Wie bei allen Kursen, die Bewegungsübungen beinhalten, ist eine fachgerechte Anleitung eines Dozenten äußerst wichtig, um den gewünschten Übungseffekt zu erhalten und durch falsch ausgeführte Bewegungen nicht am Ende noch Verletzungen zu erleiden. Daher versteht es sich allein aus diesem Grund schon von selbst, dass die Ausbildung zum Yogalehrer diese fachgerechte Anleitung beinhalten muss. Darüber hinaus vermittelt der Yogalehrer seinen Schülern auch die Philosophie des Yogas. In Einheit mit den körperlichen Übungen können weitere Elemente gelehrt werden wie das Singen von Mantras, Tanz- und Atemübungen. Ebenso ist es Aufgabe der Yogalehrer den Schülern verschiedene Entspannungs- und Meditationstechniken beizubringen.

Berufsausübung als Angestellter oder Selbstständiger

Ein ausgebildeter Yogalehrer hat verschiedene Möglichkeiten, diesen Beruf auszuüben. Zum einen kann er an den unterschiedlichsten Stätten Yogakurse anbieten. In den seltensten Fällen sind die Yogalehrer in den Fitness-Studios, Wellnesshotels etc. fest angestellt, sondern arbeiten vielmehr auf selbstständiger Basis.

Je nach persönlicher Vorliebe und eigenem Kenntnisstand kann ein Yogalehrer für die unterschiedlichsten Zielgruppen tätig sein, also wahlweise mehr Anfänger oder Fortgeschrittene betreuen, oder sich auf bestimmte Personengruppen wie Kinder, Schwangere oder Senioren spezialisieren.

Häufig geschieht die Ausbildung zum Yogalehrer auf dem zweiten Bildungsweg nach einer bereits vorangegangenen Ausbildung statt. Teilweise wird der bisherige Beruf aufgegeben, um sich ganz dem Unterrichten zu widmen. Häufig betreiben Yogalehrer ihren neuen Beruf auch berufsbegleitend, wählen das Unterrichten des Yogas also eher als Nebenberuf. Je nachdem, welche Berufsausübung bereits vorlag, kann aber auch eine Verschmelzung stattfinden. Wer bislang beispielsweise im pädagogischen Bereich tätig war, kann als Yogaleherer Yoga für Kinder in den bisherigen Berufsalltag integrieren. Auch in Kranken- und Pflegeberufen, in der Gesundheitsvorsorge, in Vereinen oder anderen Bildungsstätten kann die Yoga-Lehrpraxis das bisherige Profil individuell ergänzen.

Wer ist geeignet für den Beruf des Yogalehrers?

Die Ausbildung zum Yogalehrer ist keine staatlich anerkannte Ausbildung und daher auch nicht einheitlich reglementiert. Die Zugangsvoraussetzungen für diesen Beruf hängen also mit der jeweiligen Ausbildungsstätte ab. Grundsätzlich ist körperliche Fitness natürlich eine Voraussetzung, ebenso wie bereits erlangte Erfahrungen im Bereich des Yoga. Wie fundiert die Kenntnisse bereits sein müssen, ist jedoch nicht festgelegt. Darüber hinaus sollte man sich mit der Philosophie des Yogas identifizieren können, denn Yoga ist mehr als das Durchführen irgendwelcher Übungen. Es beinhaltet eine besondere Lebenseinstellung, die der zukünftige Yogalehrer verinnerlichen und auch leben sollte, um authentisch zu bleiben.

Darüber hinaus ist eine gewisse Affinität zu einem lehrenden Beruf selbstverständlich ebenfalls unabdingbar. Der Auszubildende sollte Freude daran haben, anderen etwas beizubringen, er sollte die notwendige Geduld ebenso mitbringen wie die Bereitschaft und Fähigkeit, vor einer größeren Gruppe zu sprechen und zu agieren. Wie in jedem Lehrberuf sind Charisma und Empathie hilfreiche Eigenschaften.

Wie wird man Yogalehrer?

Um die Berufsbezeichnung Yogalehrer führen zu können, ist eine abgeschlossene Yogalehrerausbildung unbedingt erforderlich. Es gibt allerdings zahlreiche unterschiedliche Ausbildungsgänge hierfür an den unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen. Auch die Kursdauer und -arten variieren stark. So kann der Lehrgang blockweise an ganzen Tagen, als Intensivlehrgang oder auch berufsbegleitend über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Durchschnittlich sollte man von insgesamt 200 geleisteten Übungseinheiten ausgehen. Ebenfalls weichen die Kursgebühren stark voneinander ab, die Ausbildung kostet demnach zwischen 1.800,- und 4.500,- €.

Die Ausbildungsinhalte des Yogalehrers sind in etwa folgende:

  • Einführung in die Pholosophie und Geschichte des Yoga
  • Verschiedene Arten von Yoga wie Hatha Yoga, Kundalini Yoga, Raja Yoga, Karma Yoga etc.
  • Lehre der verschiedenen Körperübungen
  • Lehre der verschiedenen Atemübungen
  • Tiefenentspannung
  • Unterrichtspraxis
  • Unterrichtstheorie
  • Aspekte der Ernährung
  • Einführung in die yogische Lebensführung
  • Meditationspraxis
  • Mantras
  • Indikationen und Kontraindikationen
  • Sonderformen des Yogas (für Schwangere, Rückbildungsyoga, Yoga für die Rückengesundheit etc.)
  • Aufwärmübungen
  • Sensibilitätstraining

Über diese reine Ausbildung hinaus sollten zukünftige Yogalehrer so viel Praxis wie möglich sammeln. Auch sollten im besten Fall selbst hinreichend viele Yogakruse möglichst bei unterschiedlichen Yogalehrern besucht worden sein, um seinen individuellen Stil herauszufinden.

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