Auf dem Arbeitsmarkt begehrt: Patentanwälte

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Der Berufsbegriff Patentanwalt ist den meisten schon untergekommen, und grundsätzlich hat man auch eine Vorstellung davon, was ein Patentanwalt tut. Doch die wenigsten ahnen, wie hoch qualifizierend die Ausbildung zum Patentanwalt ist,  wie vielseitig und abwechslungsreich sich dieser Beruf gestaltet und wie hervorragend die Karriereaussichten sind.

Was macht ein Patentanwalt?

Jeden Tag werden in Deutschland Dinge erfunden. Nicht immer sind die Innovationen dafür geeignet, den Markt zu erobern. Hier beginnt bereits die Arbeit des Patentanwalts, denn er ist der erste Ansprechpartner für die Erfinder. Je nachdem, welches Fach er studiert hat, sind auch seine thematischen Schwerpunkte gesetzt. Der Erfinder trägt dem Patentanwalt seine Erfindung vor und bittet ihn um Unterstützung darin, die Innovation zum Patent anzumelden. Ob dies nun wirklich eine patendwürdige Innovation ist, muss zunächst durch den Patentanwalt geprüft werden. Hält sie seiner Prüfung stand, und er ist überzeugt davon, dass sich diese Erfindung dazu eignet, ein Patent zu erhalten, leitet er – nachdem er den Erfinder ausführlich beraten hat – alle notwendigen Maßnahmen in die Wege.

Im Auftrag des Erfinders meldet der Patentanwalt die Innovation beim Deutschen Patent- und Markenamt an. Ist dies vollzogen, genießt der Erfinder ein Markenschutzrecht für einen festgelegten Zeitraum von 20 Jahren. Allerdings besteht ständig die Gefahr, dass diese Rechte verletzt werden. Also wird der Patentanwalt ihn auch über die Anmeldung hinaus weiter begleiten und die Wahrung aller Marken- und Patentrechte sicherstellen.

Wer ist geeignet für eine Ausbildung als Patentanwalt?

Patentanwälte sind hochqualifizierte Fachkräfte, die die streng regulierte Ausbildung zum Patentanwalt durchlaufen haben. Zulassungsvoraussetzung für diese Ausbildung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Es muss hierbei ein technischer oder naturwissenschaftlicher Studiengang sein. Erst nach Studienabschluss und mindestens einem Jahr praktischer Berufserfahrung kann sich der Interessierte für die Ausbildung zum Patentanwalt bewerben.

Persönliche Voraussetzung ist natürlich eine hohe technische Affinität, aber auch ein hohes Maß an juristischem Verständnis. Diese beiden recht verschiedenen Bereiche in seiner Berufsausbildung vereint zu haben, macht den Patentanwalt so wertvoll für den Arbeitsmarkt. Er sollte aufgeschlossen und neugierig sein, ebenso redegewandt. Verantwortungsbewusstsein und Sorgfältigkeit sind selbstverständlich.

Die Ausbildung zum Patentanwalt

Wie bereits erwähnt ist muss der Bewerber für die Ausbildung zum Patentanwalt ein abgeschlossenes Studium vorweisen können. Hierbei werden lediglich technische und naturwissenschaftliche Studienfächer akzeptiert, ebenso wie das Studium an einer Universität absolviert sein muss, nicht an einer Fachhochschule. Das jeweilige  Studienfach entscheidet über die Schwerpunktsetzung, die der Patentanwalt während seiner späteren Tätigkeit vornehmen wird.

Wichtig ist, dass die Ausbildung zum Patentanwalt äußerst streng reguliert ist. Sie folgt den Vorgaben der Patentanwaltsordnung sowie der Patentanwaltsausbildungs- und prüfungsordnung.

Es gibt zwei mögliche Ausbildungsformen, die sich im Wesentlichen durch ihre Ausbildungslänge unterscheiden.

Der längere Ausbildungsweg erstreckt sich über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren, in denen der Bewerber die Ausbildung zum Patentanwalt vor dem Europäischen Patentamt gemäß § 158  der Patentanwaltsordnung zu durchläuft. Dies ist für in der Industrie Tätige in der Regel von besonderem Interesse.

Die meisten jedoch gehen den kürzeren Weg. Hier beträgt die Ausbildungszeit lediglich drei Jahre, ist jedoch eine intensive Mischung aus fachlicher, theoretischer Ausbildung und Praxiserfahrung. Diese Ausbildung beginnt mit einem Praktikum bei einem Patentanwalt oder einem Patentassessor, das einen Zeitraum von insgesamt 26 Monaten umfasst. Ein Teil dieses Praktikums kann auf Wunsch auch am Landgericht absolviert werden, jedoch dürfen dies maximal nur zwei Monate sein.  Im dualen System erhält der Bewerber während seines Praktikums eine begleitende theoretische Ausbildung. Diese erfordert die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen und Seminaren.

Im Anschluss an das Praktikum muss ein Jura-Studium absolviert werden. Dieser Bereich widmet sich dem Allgemeinen Recht und erstreckt sich über vier Semester, somit über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Bildungseinrichtung, an der er studiert, kann der Auszubildende frei wählen. Es gibt zahlreiche Angebote von privaten Einrichtungen und Fernuniversitäten, die sich auf das Studium der angehenden Patentanwälte eingestellt und spezialisiert haben. Den erfolgreichen Abschluss dieser Studieneinheit bildet das Erste Staatsexamen.

Abschließend erfolgt eine achtmonatige Ausbildung am Bundespatentamt und am Deutschen Patent- und Markenamt. Aus diesem Grund wird dieser Ausbildungsabschnitt auch das Amtsjahr genannt. Wer es bis hierher geschafft hat, muss nur noch die abschließende mündliche und schriftliche Prüfung bestehen, um sich Patentassessor nennen zu dürfen. Im nächsten und letzten Zug beantragt er die Aufnahme in der Patentanwaltskammer. Erst jetzt darf er die Berufsbezeichnung Patentanwalt zu Recht tragen und diesen Beruf auch mit Freude ausüben.

Karriereaussichten eines Patentanwalts

Die Karriereaussichten sind hervorragend. Patentanwälte sind hierzulande Mangelware, was nicht verwunderlich ist, wenn man berücksichtigt, dass Patentanwälte eine doppelte Ausbildung durchlaufen haben. Mit ihrem technisch oder naturwissenschaftlich orientierten Studium und der juristisch geprägten Ausbildung stellen sie hochqualifizierte Fachkräfte dar. Sie haben vielseitige Talente bewiesen und zeichnen sich durch ihre Zielstrebigkeit und Geradlinigkeit aus.

Es gibt für Patentanwälte die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. Viele arbeiten selbstständig für eine Kanzlei oder Agentur, manche befinden sich auch in einem Anstellungsverhältnis in einer Anwaltskanzlei. Darüber hinaus stellen größere Unternehmen überwiegend in der Industrie Patentanwälte zur Wahrung ihrer Rechte ein.

Entsprechende Qualifikation vorausgesetzt, könnte der Beruf des Patentanwalts somit durchaus einer sein, der genauere Betrachtung verdient.

Buchempfehlung zum Beruf des Patentanwalts

Letzte Aktualisierung am 20.07.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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