Studieren in der Schweiz

Uhren und Banken, Käse und Schokolade, Alpenpanorama und Offiziersmesser: So vielseitig wie die Aushängeschilder des Alpenstaates gestaltet sich auch ein Studium in der Schweiz. In Ordnung, die schweizerische Hochschullandschaft ist mit zehn Universitäten und sieben Fach-Hochschulen recht überschaubar.

Dennoch bietet Ihnen ein Studium in der Schweiz die ganze Bandbreite an Fachrichtungen und Abschlüssen: Von Technik über Sprachen bis Medizin, von Bachelor über Master bis zur Promotion. Das alles auf einem ebenso modernen Bildungsniveau.

Hochschullandschaft Schweiz

Nicht zuletzt wegen der vier schweizerischen Landessprachen geht es hier auch noch überaus multinational zu. Und zwar im Alltag ebenso wie an den zehn Universitäten und zwei eidgenössischen Technische Hochschulen .

Die Universitäten in Basel, St. Gallen, Luzern, Bern und Zürich befinden sich im deutschsprachigen Bereich der Schweiz, während die Universitäten von Lausanne, Neuenburg, Freiburg und Genf im französischsprachigen Teil liegen.

Allerdings ist die Universität in Freiburg sowohl deutsch- als auch französischsprachig. Im italienischsprachigen Teil befindet sich nur eine Universität, die Università della Svizzera italiana. Neben den Universitäten gibt es sieben Fachhochschulen und andere private Einrichtungen und Hochschulen in der Schweiz.

Hinweis: Nicht alle Abschlüsse von Bildungs-Instituten in der Schweiz sind anerkannt. Achten Sie also vor Ihrem Schweiz-Studium darauf, dass Ihr Studiengang offiziell akkreditiert ist. Auf der sicheren Seite ist hingegen ist, wer an einem offiziellen Austausch-Programm teilnimmt (z.B. Erasmus).

Seit 2010 das schweizerische Studium nahezu vollständig auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt wurde, wird es auch immer einfacher, internationale Studienabschlüsse und -leistungen miteinander zu vergleichen.

Auslandsstudium Schweiz

Ein Bachelor-Studium in der Schweiz dauert durchschnittlich drei Jahre, das Examen als Master erwerben Studierende in der Schweiz üblicherweise innerhalb zwei weiterer Jahre. Vorausgesetzt, Sie erfüllen den Schweizer Numerus Clausus.

Infolge doppelter Abiturjahrgänge und ausgesetzter Wehrpflicht emigrierten deutsche Bewerber in die Nachbarländer. Rund 20 Prozent mehr Deutsche als im Vorjahr meldete die Uni Zürich 2011. Damit war der Alpenstaat genötig zu reagieren:

NC & Ausländerquote

Nach einer “Ausländer-Quote” an den meisten Schweizer Unis sowie der Erhöhung der eingenössischen Studiengebühren gibt es mittlerweile flächendeckende Zulassungsbeschränkungen für Nicht-Schweizer. Der Ausländer-NC liegt dabei im Schnitt zwischen 2,0 und 2,5.

Da die Hochschulen z.B. in Medizin auch mit “eigenen” Studenten voll ausgelastet ist, wurde hierfür sogar ein Aufnahmestopp für Bewerber außerhalb der Schweiz verhängt.

Bewerbung

Wer sich trotz dieser Hürden um ein Studium in der Schweiz bewerben möchte, sollte sich an der Ziel-Hochschule über die jeweiligen Aufnahmekriterien informieren. Abhängig davon, in welchem Kanton oder Sprachgebiet Sie studieren möchten, sollten Sie neben Zeugnissen aus Schule und Studium zum Beispiel auch hinreichende Sprachkenntnisse nachweisen können.

Kosten und Finanzierung

So angesehen das Studium in der Schweiz, so teuer ist das Pflaster im kleinen Alpenstaat. Zwischen 1.000 und 1.600 Franken im Jahr muss der Akademikernachwuchs allein an Studiengebühren aufbringen (abhängig von Kanton und Institut); umgerechnet zwischen 800 und 1.400 Euro – nur, um einen Hörsaal von innen zu sehen.

Dabei zahlen Ausländer an manchen Hochschulstandorten höhere Studiengebühren als Schweizer, an anderen wiederum zahlen alle Studierenden gleichviel. Hinzu kommen (je nach Anspruch) zwischen 21.000 und 31.000 Franken für das Leben außerhalb des Uni-Geländes, sprich: 17.400 bis 25.500 Euro für Miete, Lebensmittel und Spesen.

Stipendien

Im Gegensatz zu Deutschland hat die Schweiz keine allgmeinverbindlichen Fördermodelle. Daher sollten sich Interessenten aus Deutchland vor allem bei deutschen Geldgebern nach Stipendien erkunden. Geeignete Programme finden Sie zum Beispiel in den Stipendiendatenbanken

Auslands-BAföG

Wenn Sie vorhaben, zwischen einem und zwei Semester in der Schweiz zu studieren, können Sie Auslands-BAföG beantragen. Damit lässt sich wenigstens ein Teil von Studiengebühren, Reisekosten, Krankenversicherung und Lebenshaltungskosten abdecken.

Dabei haben auch diejenigen Chance auf Förderung, die bisher wegen eines zu hohen Einkommens der Eltern kein Inlands-BAföG bekommen haben.

Krankenversicherung

Genau wie in Deutschland müssen Sie sich auch bei einem Studium in der Schweiz krankenversichern. Sie müssen die Kasse nicht wechseln, sollten aber bei Ihrem Krankenversicherungsträger einen Antrag auf eine europäische Krankenversicherungskarte stellen.

Im Krankheitsfall müssen Sie erstmal alle Kosten (Arzt, Krankenhaus, Arznei) vorstrecken. Nach Ihrer Rückkehr gibt es eine Rückzahlung vom Träger. Wer länger als drei Jahre in der Schweiz bleibt muss sich allerdings dort vollständig versichern. Dafür werden noch einmal zwischen 100 und 400 Franken fällig (umgerechnet 123 bis 500 Euro).

Aufenthaltsgenehmigung

Als Deutscher können Sie problemlos in die Schweiz einreisen. Wenn Sie länger bleiben wollen (z.B. wegen eines Studiums) benötigen Sie eine Aufenthaltsgenehmigung. Entsprechende Anträge gibt es bei der schweizerischen Ausländerbehörde (bzw. “Fremdenpolizei”).

Weiterführende Links

CRUS – Liste international anerkannter Hochschulen in der Schweiz