Karriere beim Finanzamt – Traumberuf Diplom-Finanzwirt

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Den meisten sträuben sich die Nackenhaare, wenn Sie den Begriff Finanzamt hören, denn man verbindet doch recht negative Assoziationen mit diesem Wort. Doch das ungeliebte Finanzamt und vor allen Dingen die dortige Arbeit als Diplom-Finanzwirt mal von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten, kann durchaus lohnenswert sein – vor allen Dingen, wenn man eine Affinität zu Finanzen und Wirtschaft.

Beruf des Diplom-Finanzwirts

Der akademische Grad Diplom-Finanzwirt ist kein allgemeiner Grad, der an einer beliebigen Universität durch ein Wirtschaftsstudium erworben werden kann. Vielmehr beschreibt dies eine Berufsausbildung, die staatlich geschützt und geregelt ist.

Diplom-Finanzwirte sind im gehobenen Dient in der Finanzverwaltung tätig. Ihr Einsatzort ist das Finanzamt. Dort prüfen sie die eingereichten Lohn- und Einkommensteuererklärungen sowohl von Bürgern als auch von Unternehmen und setzen die jeweils fälligen Steuern fest. Hierbei halten sie sich strikt an die gesetzlichen Regelungen, die sie sehr genau kennen müssen. Aber nicht nur im Innendienst sind Diplom-Finanzwirte zu finden. Wer gerne unterwegs ist und Reisetätigkeiten nicht scheut, kann auch im Außenbereich arbeiten. Hier bieten sich Tätigkeiten in der Steuerfahndung und in der Betriebsprüfung an.

Die Liebe zu Zahlen und zu für manche recht trocken wirkender Theorie muss einem in die Wiege gelegt sein, wenn er diesen Beruf wählt. Ist dem so, bieten sich jedoch ganz vielfältige und spannende Einsatzmöglichkeiten. Und ein sicherer Arbeitsplatz, denn bereits während der Ausbildung werden die zukünftigen Finanzwirte in den Beamtenstatus erhoben. Zunächst nur auf Probe, doch einem dauerhaften Beamtenverhältnis und die spätere Tätigkeit im gehobenen Dienst ist relativ sicher, wenn man seine Aufgaben zuverlässig erfüllt.

Wer im Laufe der Zeit dem Finanzamt und dem Beamtendasein den Rücken kehren und sich auf dem freien Markt versuchen will, hat als Diplom-Finanzwirt auch hier äußerst gute Chancen. Einsatzmöglichkeiten gibt es auch in der freien Marktwirtschaft ausreichend, sei es bei Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder in den Steuerfachabteilungen größerer Unternehmen.

Ausbildung zum Diplom-Finanzwirt

Der Weg zu diesem Beruf führt über ein Studium, das deutschlandweit an den öffentlichen Verwaltungsfachhochschulen, den Fachhochschulen für Finanzen sowie an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung absolviert werden kann. Es ist egal, an welcher dieser genannten Schulen und in welchem Bundesland man sich für dieses Studium bewirbt, denn die Studieninhalte sind bundesweit einheitlich festgelegt und reglementiert. Die Studienzeit beträgt 21 Monate. Man ist also relativ schnell am Ziel, das Studienprogramm ist entsprechend straff gestaltet.  Es handelt sich um einen so genannten dualen Bildungsweg, das heißt, das Studium erfolgt an der staatlichen Verwaltungsfachhochschule, während gleichzeitig Praktika in den einzelnen Fachbereichen der Finanzverwaltung absolviert werden.

Der Bund bildet seine zukünftigen Steuerinspektoren auf breiter Ebene aus. So durchlaufen sie im praktischen Teil ihrer Ausbildung der die verschiedenen Abteilungen des Finanzamtes, die für die allgemeinen Veranlagungen, Arbeitnehmerveranlagung, Körperschaftssteuerveranlagung sowie die Veranlagung von Personengesellschaften verantwortlich sind ebenso wie die Bereiche der Betriebsprüfung und die öffentliche Stelle für Erhebungen und Vollstreckung.

In den Fachschulen werden die theoretischen Wissensinhalte vermittelt. Wie jedes andere Studium auch ist dieses in Grund- und Hauptstudium unterteilt. Das Grundstudium besteht aus verschiedenen Abschnitten, nach jedem Abschnitt sind Prüfungen abzulegen. Dazwischen bieten Praxiseinheiten die nötige Berufserfahrung. Die abschließende Diplomarbeit ist wahlweise entweder zu einem sozialwissenschaftlichen oder einem steuerlichen Thema zu verfassen.

Das Studium selbst ist in drei Schwerpunkte unterteilt:

  • Steuerverwaltung
  • Allgemeine Finanzverwaltung und
  • Zolldienst.

Im Rahmen des Hauptstudiums können sich die Studierenden hier ihre persönlichen Schwerpunkte setzen.

Das Studienfach Steuerverwaltung behandelt die Themen :

  • Steuerrecht (sowohl allgemeines Steuerrecht als auch besonderes Steuerrecht, wozu die rechtlichen Aspekte von der Grundsteuer, der Umsatzsteuer, der Einkommenssteuer, der Erbschaftssteuer usw. gehören),
  • das internationale Steuerrecht,
  • das Bilanzsteuerrecht mit seinen interessanten Untergruppen Betriebliches Rechnungswesen,
  • Außenprüfung und
  • Wirtschaftskriminalität,
  • das Privatrecht, zu dem das Bürgerliche Recht und das Konkursrecht gehören sowie
  • das Öffentliche Recht, das die Fächer Allgemeine Staatslehre, Staatsrecht, Verwaltungsrecht, Europarecht, Politikwissenschaft und Recht des Öffentlichen Dienstes beinhaltet.

Aber auch die allgemeineren Fächer wie Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Verwaltungslehre und Finanzwissenschaft gehören zu diesem Studiengang.

Einige dieser Fächer wie das Staatsrecht, das Europarecht, Steuerrecht und Privatrecht werden auch im Studiengang der Allgemeinen Finanzverwaltung behandelt und vertieft. Darüber hinaus gehören hier auch weiterführende Themen wie:

  • Sozialversicherungsrecht,
  • Personalrecht,
  • Gebäudemanagement,
  • Immobilienrecht,
  • Organisationsmanagement,
  • Psychologie und
  • Soziologie

zu den Lerninhalten.

Der Studiengang Zolldienst beschäftigt sich schließlich mit den Fächern:

  • Rechnungswesen in der öffentlichen Verwaltung,
  • Zolltarifrecht,
  • Abgabenrecht,
  • Recht des grenzüberschreitenden Warenverkehrs,
  • Verbrauchsteuer- und Monopolrecht und
  • Informationstechnisches Management.

Das Diplom wird mit dem Anfertigen der Diplomarbeit sowie dem erfolgreichen Bestehen der schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen erworben.

Insgesamt handelt es sich um ein hochqualifizierendes und sehr spannendes Hochschulstudium.

Wie bewirbt man sich für das Studium des Diplom Finanzwirtes?

Wer diesen Bildungsweg gehen möchte, muss sich direkt bei dem jeweiligen Finanzamt bzw. der entsprechenden Oberfinanzdirektion um einen Studienplatz bewerben. Die Studienplätze sind heiß begehrt, so dass der Bund hierfür ein sehr striktes Auswahlverfahren etabliert hat. Dieses Auswahlverfahren besteht aus drei Abschnitten. Zunächst ist die Bewerbung schriftlich an die jeweilige Stelle zu senden. Informationen hierzu finden sich auf den Internetseiten der betreffenden Ämter. Ist dieser erste Schritt geglückt, wird man eine Einladung zu einem Eignungstest erhalten. Der letzte Abschnitt schließlich ist die persönliche Vorstellung im Rahmen eines Gesprächstermins.

Nur wer diese drei Abschnitte erfolgreich durchlaufen hat, darf sich über die Zulassung zum Studium freuen.

Welche Voraussetzungen muss der Bewerber erfüllen?

Eine allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife, die an einer Wirtschaftsfachschule erworben wurde, sind erste Voraussetzung. Bei der Auswahl der Bewerber wird hier besonderer Wert auf die Schulfächer Deutsch, Mathematik,  Fremdsprachen, Wirtschaft, Politik, Geschichte, Gemeinschaftskunde und – falls in der Schule unterrichtet – Recht gelegt. Dies zeigt, dass Diplom-Finanzwirte regelrechte Allrounder sein müssen und quasi durchweg mit guten Leistungen aufwarten können sollten, um eine realistische Chance auf einen Studienplatz zu haben.

Im Rahmen des persönlichen Bewerbungsgespräches achtet man zusätzlich auf die persönlichen Qualifikationen. Von zukünftigen Diplom-Finanzwirten wird wirtschaftliches Interesse, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Kommunikationsfreudigkeit und ein gepflegtes und seriöses Auftreten erwartet.

Wer seine Chancen verbessern will, hat idealerweise im Rahmen eines Praktikums schon erste Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt.

Im Gegensatz zu einem Studium an einer „normalen“ Hochschule werden hier übrigens keinerlei Studiengebühren erhoben.

Fazit: Wer sich mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Fachthemen identifizieren kann, durchweg gute schulische Leistung bringt und einen Beruf ergreifen möchte, der sowohl größtmögliche Sicherheit als auch Aufstiegschancen bietet, könnte der ideale Bewerber für die Laufbahn als Diplom-Finanzwirt im gehobenen Dienst sein.

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