Mobbing und Bossing – so wehren Sie sich

Belästigung am Arbeitsplatz
Schreibprojekte im Beruf vorbereiten

Wenn Kollegen bewusst andere Kollegen schikanieren und sie bewusst beim Vorgesetzten anschwärzen, findet Mobbing auf höchstem Niveau statt. Dank aktueller Rechtssprechung haben gemobbte Kollegen nunmehr die Möglichkeit, dagegen vorzugehen und sich zu wehren.

Doch wie ist es, wenn es der Vorgesetzte ist, der schikaniert? Welche Möglichkeiten haben solche “gebossten” Kollegen?

Mobbing – Schikanen am Arbeitsplatz

Mobbing gehört inzwischen zum Arbeitsalltag vieler Arbeitnehmer und findet statt, wenn Arbeitskollegen einen anderen Kollegen beleidigen, übermäßig kritisieren, sich über ihn lustig machen, ihn ignorieren, über ihn tratschen oder ihm Aufgaben zuteilen, die weit unter seinem Niveau liegen.

Betroffene fühlen sich oft hilflos. Nervenzusammenbrüche, psychosomatische Beschwerden und Depressionen bis hin zur Flucht in Alkohol sind keine seltene Folge.

Mobbing erkennen

Mobbing hat viele Gesichter. Klare Indizien erleichtern das Erkennen der Problematik. Ein sicheres Zeichen ist das Gefühl der Belastung und des sich durch den Alltag schleppen. Auch übermäßige Kritik ist ein klares Indiz für Mobbing.

Wenn Kollegen ständig nörgeln oder kritisieren kann von Mobbing die Rede sein. Dasselbe gilt für das ständige Vorhalten von Fehlern in der Vergangenheit. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Kollegen versuchen, den Ruf zu zerstören.

Werden Sie regelmäßig ausgeschlossen? Verstummen Ihre Kollegen, wenn Sie den Raum betreten? Dann ist das ein Signal für Hinterlist.

Wird viel Tratsch über Sie verbreitet oder werden Sie oft sabotiert (Unterlagen verschwinden, Manipulation von Aufträgen)? Dann sind Sie ebenfalls ein Opfer von Mobbing. Auch der Diebstahl von Ideen und Aufgaben, die weit unter Ihrem Niveau liegen, ist Mobbing am Arbeitsplatz.

  • Gefühl der Belastung
  • übermäßige Kritik
  • ständiges Nörgeln
  • Vorhalten von vergangenen Fehlern
  • Ausgeschlossen werden
  • Tratsch über Ihre Person
  • Sabotage
  • Diebstahl von Ideen
  • Aufgaben weit unter Ihrem Niveau

So wehren Sie sich

Sind Sie ein Opfer von Mobbing, sollte der erste Gang der zum Vorgesetzten sein. Es ist Aufgabe des Chefs, dass am Arbeitsplatz nicht gemobbt wird. Ihm obliegt eine Fürsorgepflicht, der er durch Abmahnungen bis hin zu Kündigungen nachkommen muss.

Auch Sie selbst können sich wehren, indem Sie sich zuerst von der Rolle des Opfers befreien. Entgegen den Behauptungen, es gebe ein typisches  Opfer, konnten Studien bisher keinen eindeutigen Opfer-Typ nicht nachweisen. Zum Opfer werden Sie, wenn Sie sich nicht wehren. Dazu müssen Sie nicht in die Offensive gehen. Es genügt bereits, wenn Sie die mobbenden Kollegen ignorieren. So zeigen Sie, dass sie Ihnen egal sind. Damit entziehen Sie Ihren Kollegen den Stoff zum Mobben und werden uninteressant.

Funktioniert diese Taktik nicht, müssen Sie handeln. Sprechen Sie den Mobber direkt an – erst vor vier Augen und dann vor Zeugen. Machen Sie ihm deutlich, dass Sie sich nicht vor rechtlichen Schritten scheuen. Vergessen Sie nicht, Beweise für sein Verhalten zu sammeln, um etwas in der Hand zu haben.

Hilft auch das nicht, bleibt Ihnen nur die Kündigung. Da dies oft das Ziel der Mobber ist, sollte die Kündigung wirklich der allerletzte Weg sein. Weisen Sie vielmehr Ihren Vorgesetzten darauf hin, dass er seiner Fürsorgepflicht nachzukommen hat und reden Sie mit ihm über interne Versetzungsmöglichkeiten. Manchmal hilft schon die Arbeit in einer anderen Abteilung, damit das Mobbing aufhört.

  • Fordern Sie Ihren Chef auf, seiner Fürsorgepflicht nachzukommen.
  • Reden Sie mit dem Mobber allein und vor Augenzeugen.
  • Wehren Sie sich. Seien Sie kein Opfer.
  • Kündigen Sie, wenn es keinen anderen Weg gibt.
  • Verlangen Sie nach einer internen Versetzungsmöglichkeit.

Bossing – wenn der Chef mobbt

Was ist aber, wenn der Chef mobbt? Dann bleibt Ihnen der Weg zum Chef in jedem Fall erst einmal verwehrt. Haben Sie das Glück in einem Unternehmen mit Betriebsrat zu arbeiten, können Sie sich notfalls an diesen wenden. Allen Anderen bleibt häufig nur der Weg der Kündigung.

Vorgesetzte, die mobben, fühlen sich dem Untergebenen oft unterlegen, sind gelangweilt oder einfach nur intolerant. Manchmal passt ihm auch einfach die Nase nicht  oder wird von ganz oben dazu angehalten, einen bestimmten Kollegen aus dem Unternehmen rauszumobben.

Bossing erkennen

Bossing lässt sich recht gut erkennen, da es – im Gegensatz zum Mobbing – oft nur von einer Person ausgeht. Treffen mehrere folgende Punkte auf Sie zu, können Sie davon ausgehen, gebosst zu werden.

  • Werden Sie von Ihrem Chef grundlos vor Kollegen runtergemacht und für Fehler kritisiert, die Sie gar nicht gemacht haben?
  • Erhalten Sie sinnlose Aufgaben oder Verbote, die später als Fehler kritisiert werden?
  • Werden Sie vor Ihren Kollegen als faul, nichtsnutzig und dumm dargestellt?
  • Enthält er Ihnen wichtige Informationen vor oder stellt Ihnen bewusst Fallen?

Das können Sie tun

Natürlich ist es schwierig, gegen den Vorgesetzten vorzugehen. Gibt es einen Betriebsrat, können Sie sich an diesen wenden. Vergessen Sie nicht, Beweise zu sammeln. Führen Sie ein Bossing-Tagebuch. Das können Sie im Zweifelsfall einsetzen, um vor Gericht Beweise zu haben.

Suchen Sie das persönliche Gespräch. Fragen Sie Ihren Vorgesetzten, was er für ein Problem hat. Etwas Schlimmeres, als die Kündigung kann Ihnen nicht passieren. Die Kündigung steht bei einem Fortbestehen des Bossing ohnehin als letzte Lösung im Rau.

Lassen Sie sich nicht zum Opfer machen. Sie haben eine Wahl und können das Unternehmen wechseln. Viele frühere Mobbing- und Bossing-Opfer sind als Selbstständige glücklich geworden.

  • Wenden Sie sich an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft.
  • Führen Sie ein Bossing-Tagebuch
  • Suchen Sie das persönliche Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.
  • Lassen Sie sich nicht zum Opfer machen.
  • Kündigen Sie als letzte Konsequenz.

Bücherempfehlungen gegen Mobbing

Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann
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Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann
  • Heinz Leymann
  • Rowohlt E-Book
  • Kindle Edition
  • Auflage Nr. 1 (01.10.2013)
  • Deutsch
Das Anti-Mobbing-Elternheft: Schüler als Mobbing-Opfer – Was Ihrem Kind wirklich hilft
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Das Anti-Mobbing-Elternheft: Schüler als Mobbing-Opfer – Was Ihrem Kind wirklich hilft
  • Mustafa Jannan
  • Herausgeber: Beltz
  • Auflage Nr. 2 (25.01.2010)
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  • Herausgeber: Goldmann Verlag
  • Taschenbuch: 256 Seiten

Letzte Aktualisierung am 20.07.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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