Bei den Energiekosten sparen – worauf ist zu achten?

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Die monatlichen Energiekosten können ein ganz schön großes Loch in die Haushaltskasse reißen. Der Strom wird immer teurer und die Heizkosten lassen viele Menschen jeden Abend darüber grübeln, ob sie die Heizung anstellen oder doch lieber frierend unter einer Decke hocken. Allerdings ist es durchaus möglich, die Kosten zumindest ein wenig zu reduzieren. Bei Mietwohnungen haben Mieter zwar auf gewisse Umstände keinen Einfluss, aufgeben sollten sie aber dennoch nicht. Dieser Artikel schaut sich an, was sich in puncto Kosten machen lässt.

Strom sparen

Hier gibt es etliche Punkte, an denen man ansetzen kann. Ein Punkt ist so simpel, dass ihn viele Bürger überhaupt nicht in Betracht ziehen: Den Anbieter wechseln. Gerade Mieter kümmern sich oft nicht um den Stromanbieter und zahlen brav Geld an denjenigen, der schon immer für das Haus zuständig war. Das ist in vielen Fällen jedoch der Grundversorger inklusive des Grundtarifs. Dieser ist im Vergleich zu Billigstrom auf Stromvergleich.de zum Beispiel immer deutlich teurer  und kostet auch mehr als andere Tarife bei einem anderen Anbieter. Wer mit dem Gedanken spielt, zu wechseln, sollte folgende Schritte durchlaufen:

  • Vergleich – der Vergleich von Stromanbietern ist der beste Weg, um überhaupt einen Überblick über die Preise zu erhalten. Hierbei muss der eigene Verbrauch möglichst realistisch geschätzt werden. Doch Vorsicht: Manche Vergleichsseiten rechnen eventuelle Bonuszahlungen auf die Monatsabschläge um, sodass diese günstiger sind. Allerdings lässt sich in den Einstellungen des Vergleichs die Einrechnung ausschalten.
  • Prüfen – jetzt wird der günstige Anbieter kurz geprüft. Hier geht es um die Vertragslänge, Klauseln, Kündigungszeiten und natürlich Versprechen wie Boni oder Geschenke. Der Stromvertrag sollte immer schnell kündbar sein. Zudem muss angegeben sein, wann der Boni bezahlt wird. Teilweise geschieht das erst nach dem Vertragsablauf, der in diesem Fall ein Jahr beträgt. Die Stromabschläge sollten niemals für ein ganzes Jahr im Voraus entrichtet werden müssen. Übrigens: Unbedingt prüfen, ob es eine Mindestabnahmemenge gibt. Die richtet sich teils nach dem selbst geschätzten Verbrauch. Wer weniger verbraucht, erhält nun kein Geld zurück.
  • Wechsel – der Wechsel ist ganz einfach. Der neue Stromvertrag wird abgeschlossen, der alte gekündigt. Den Rest erledigt bereits der neue Anbieter.

Doch auch ein neuer Stromanbieter kann nichts ausrichten, wenn im Haushalt schlichtweg zu viel Strom verbraucht wird. Wer deutlich mehr als vergleichbare Haushalte verbraucht, sollte einmal den Haushalt durchgehen:

  • Geräte – alte Elektrogeräte benötigen mehr Strom. Natürlich ist es finanziell nicht machbar, mal eben jedes Gerät auszutauschen, doch bei einer Neuanschaffung sollte auf eine gute Energieeffizienz geachtet werden.
  • Stromfresser – es gibt etliche versteckte Stromfresser im Haushalt. Das sind mitunter die Geräte, die ständig auf Bereitschaft bleiben oder auch gar nicht auszuschalten sind. Solche Geräte sollten an Steckdosenleisten mit eigenem Ausschalter kommen.
  • Durchlauferhitzer/Boiler – wer Warmwasser über eines dieser Geräte bekommt, zahlt ebenfalls mehr. Da sie oft vom Vermieter gestellt werden, kann mit ihm gesprochen werden, ob ein Austausch nicht möglich wäre. Neuere Durchlauferhitzer verbrauchen bereits weniger Strom, als die alten Kästen, die sich noch in vielen Bädern befinden.
  • Beleuchtung – das Umstellen auf energiesparende Birnen oder LED hilft ebenfalls, um Strom zu sparen.

Heizkosten sparen

Ein weiterer großer Kostenpunkt sind die Heizkosten. Sicher, ohne eine Heizung möchte auch hierzulande niemand leben, doch schmeißen ausreichend Menschen das Geld praktisch in den Heizölkessel. Warum? Weil sie grausam und furchtbar heizen:

  • Temperatur – außer in sehr wenigen, komplett zu vernachlässigenden Fällen ist es absolut nicht notwendig, im Winter 25 Grad und aufwärts in der Wohnung zu haben. Es gibt aus guten Gründen Pullover und langärmlige Kleidung, die im Winter den Boxershorts und dem Top vorgezogen werden können. Grundsätzlich ist eine zu hohe Temperatur in den Innenräumen sogar nicht gesund. Im Schlafzimmer sollte die Temperatur beispielsweise bei höchstens 18 Grad liegen. Spielt das Thermostat an der Heizung verrückt, kann es gegen ein neues ausgetauscht werden. Hier empfiehlt sich gleich ein steuer- und programmierbares Thermostat, das sicherstellt, dass die Wohnung genau dann warm ist, wenn es notwendig ist.
  • Lüften – wer die Heizung anschaltet und das Fenster nebenbei stundenlang auf Kipp lässt, braucht sich über hohe Heizkosten nicht wundern. Die Wärme verschwindet nun direkt aus dem Fenster, zudem bildet sich oberhalb des Fensters eine Wärmebrücke, die Schimmel nur so anzieht. Sinnvoller ist es, drei bis vier Mal am Tag die Fenster komplett für fünf bis zehn Minuten aufzureißen und dabei die Heizung auszustellen. Während dieser Zeit findet ein vollständiger Luftaustausch statt und die kalte Luft kann dann wesentlich besser erwärmt werden, als die warme, doch feuchte Raumluft, die in den Zimmern stand.
  • Zeit – mit steuerbaren Thermostaten kann sichergestellt werden, dass die Wohnung immer eine angenehme Temperatur hat. Wer sich tagsüber nicht zu Hause aufhält, braucht beispielsweise die Heizung nur bei Extremtemperaturen laufen zu lassen. Es reicht, wenn die Heizung darauf programmiert wird, bei Feierabend anzuspringen.

Falls die Wohnung noch mit alten Nachtspeichern geheizt wird, hilft nur noch ein Gespräch mit dem Vermieter – oder der Umzug. Gerade die alten Speicher müssen mittlerweile ohnehin ausgetauscht werden, weil in ihnen noch Asbest enthalten ist.

Weitere Tipps gegen hohe Energiekosten

Sind die Heizkosten schlichtweg hoch, weil die Wohnung schlecht gedämmt ist und es überall zieht, kann ein Zugluftschutz vor den Fenstern helfen. Auch dickere, isolierende Vorhänge vorm Fenster halten die Wärme drin und die Kälte draußen. Doch Vorsicht: Der Vorhang darf nicht vor der Heizung hängen. Oftmals helfen auch auf die Wand geklebte Isolierungen hinter dem Heizkörper. So wird die Wärme direkt in den Raum gestrahlt und versandet nicht in der kalten Außenwand.

Fazit

Es ist möglich, die eigenen Energiekosten zu senken. Vielfach ist Achtsamkeit gefragt und die Überlegung, ob das Leben nicht auch bei einem Grad weniger in der Wohnung erträglich ist. Wer selbst einen Vertrag mit dem Heizversorger hat, kann hier natürlich auch über einen Wechsel nachdenken.

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