Checkliste: Ein Startup gründen und finanzieren

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Im Schnitt werden mehr als 70 Prozent der deutschen Startups nicht älter als 2,8 Jahre. Die Gründe für das Scheitern sind dabei so individuell wie jedes einzelne Startup selbst. Es gibt zwar keine Zauberformel für ein erfolgreiches Startup, doch wer vor der Existenzgründung einige wichtige Schritte beachtet, kann die Chancen auf Erfolg zweifelsohne erhöhen. Die folgende Checkliste hilft Ihnen bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit.

1. Erfolgreiche Geschäftsidee – das A und O

Die Gründungsphase bildet die Basis eines funktionierenden Geschäfts. Allen voran steht dabei die gewinnbringende Geschäftsidee, die genauestens geprüft werden sollte. Die Idee mit mehreren Personen abzusprechen, ist in der Regel nützlich. Die hier aufkommenden Fragen der Diskussionspartner erweisen sich häufig als Hilfe, um das Geschäftskonzept zu konkretisieren.

Gründer sind häufig von ihrer Geschäftsidee so überzeugt, dass eine objektive Beurteilung des tatsächlichen Potenzials nicht möglich ist. Jede Vision richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe. Wer seine zukünftigen Kunden mit ihren Interessen und Vorlieben nicht kennt, hat wohl kaum eine Chance, auf dem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen. Genauso wichtig ist es, seine Konkurrenz im Blick zu halten. Nur so kann eine realistische Kalkulation des Startups durchgeführt werden. Sollte sich bereits an dieser Stelle herausstellen, dass die Idee kaum marktfähig ist, sollte man sich dies eingestehen und nach einem anderen Businessmodell suchen. Auch das gehört zu einem guten Geschäftsmann.

2. Businessplan als Geschäftsbasis

Sind Sie von Ihrer Geschäftsidee nach wie vor überzeugt, gilt es den Businessplan zu erstellen. Dieser gilt als ausformulierte Zusammenfassung des Geschäftskonzepts, die die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Projekts belegt. In einen überzeugenden Businessplan gehört somit die genaue Definition der Zielgruppe und des Marktes sowie ein gut kalkulierter Finanzplan. Der Finanzteil sollte eine Bewertung des Umsatzes, eine Liquiditätsplanung und eine Rentabilitätsplanung der nächsten drei Jahre enthalten. Der Businessplan ist schließlich die Grundlage, wenn es darum geht, Investoren oder Finanzierungen für das Startup zu gewinnen.

3. Ein Start-up finanzieren

In den meisten Fällen reicht das Eigenkapital nicht aus, um die finanziellen Belastungen einer Existenzgründung alleine zu tragen. Deshalb gilt auch hier: Planung ist alles. Lediglich Gründer mit einem überzeugenden Finanzkonzept werden Investoren für ihr Business finden. Nicht selten ist Banken nämlich die Vergabe von Krediten an Startups zu riskant. Mittlerweile gibt es indessen einige Alternativen, um in den Genuss eines Kredits zu kommen.

Unter dem Stichwort Seed-Investment finden sich bekannte Finanzierungswege, die Startups den Weg zum erfolgreichen Unternehmen ebnen. Venture-Capitalists und Business-Angels sind beispielsweise auf Seed-Finanzierungen spezialisiert und bieten oftmals eine erste finanzielle Stütze. Über Crowdlending hat der Gründer sogar die Möglichkeit, Kredite von Privatpersonen zu erhalten. Gerade an dieser Stelle lohnt es sich, einen Berater mit ins Boot zu holen und Entscheidungen nicht zu überstürzen.

4. Geschäftspartner und Experten

Nicht jeder Gründer eines Startups hat bereits zu Beginn der Unternehmensgründung umfassende kaufmännische Erfahrung oder ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft. Doch dies ist in den meisten Fällen kein Problem, solange der Grüner auf kompetente Hilfe setzt. In Deutschland gibt es für die Starthilfe von Unternehmen staatlich geförderte Gründerberater, die eine erste Anlaufstelle darstellen. Besonders wenn es um die Wahl der Rechtsform oder die Klärung der Finanzen geht, sollte ein Profi auf dem jeweiligen Gebiet aufgesucht werden. So lassen sich Anfängerfehler geschickt umgehen und dem Start in eine erfolgreiche Zukunft steht nichts mehr im Weg.

5. Der Name macht die Marke

Die Wichtigkeit des Firmennamens ist nicht zu unterschätzen. Das Unternehmen sollte sich mithilfe seines Namens einprägsam und auffällig präsentieren. Die dadurch entstehende Marke ist folglich das Alleinstellungsmerkmal des Startups, welche als klare Abgrenzung zur Konkurrenz fungiert. Gleichzeitig sollte mittels des Markennamens der Zeitgeist getroffen werden, um die Zielgruppe möglichst gezielt anzusprechen. Ist ein passender Name gefunden, gilt es die Markenrechte zu prüfen. Schon bei ähnlich klingenden Markennamen eines Mitbewerbers können ansonsten hohe Geldstrafen fällig werden. Bevor Sie Ihre Marke eintragen lassen, sollten sie prüfen, ob die Domain zu Ihrer Marke noch verfügbar ist und wenn ja, diese schnellstmöglich zu registrieren.

6. Das Geschäftskonto

Ohne Konto, kein Geschäft. Während man als Freelancer keine gesetzliche Pflicht zur Führung eines Geschäftskontos hat, ist es für die Rechtsformen der GmbH und der AG sogar Voraussetzung für die Unternehmensgründung. Die Wahl des richtigen Geschäftskontos ist dabei gar nicht so einfach. Banken verlangen für Geschäftskonten weit höhere Gebühren als für private Girokonten weshalb sich ein Vergleich der verfügbaren Angebote auf jeden Fall lohnt. Wer den Finanzmarkt gut genug sondiert, findet sogar ein kostenloses Geschäftskonto. Ein Geschäftskonto sorgt außerdem für mehr Transparenz und erleichtert die Buchhaltung.

Fazit: Erfolgreiches Startup gründen

Ein erfolgreiches Startup zu gründen ist alles andere als einfach. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder tolle Erfolgsgeschichten, die zeigen, dass sich die Mühe lohnt. Wichtig ist, dass Sie Ihre Geschäftsidee – die Basis Ihres Erfolgs – von anderen Profis bewerten lassen und auch Gegenstimmen ernstnehmen. Holen Sie sich erfahrene Experten ins Boot, investieren Sie genügend Zeit in die Erstellung des Businessplans und wägen sie das finanzielle Risiko mit Bedacht ab. Und nicht zuletzt: Haben Sie Spaß, an dem was Sie tun!

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