Businessplan für Selbstständige

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Der Entschluss ist gefasst, in die Selbstständigkeit zu gehen. Jetzt fehlt nur noch das Kapital. Um jedoch an Fremdkapital zu gelangen, benötigen Sie eine gute Geschäftsidee, einen Businessplan und die Fähigkeit, die Idee zu verkaufen.

Das ist leichter gesagt, als getan. Allein die Idee auf ein Blatt Papier zu bringen und das so, dass sie auch das Gegenüber versteht, dem Sie die Idee verkaufen möchten, ist ein Kraftakt – vor allem für diejenigen, die das Schreiben von Texten nicht gewohnt sind. Hier hilft nur ein Unternehmensberater, wenn er nicht so teuer wäre. Und Geld ist bekanntlich bei Unternehmensgründungen oft knapp.

Hier helfen nur ein strukturierter Plan und ein Berater/Freund, der stilistisches Feingefühl besitzt.

1. Zusammenfassung des Businessplans

Alle Businesspläne folgen einem bestimmten Muster, an dessen Anfang immer die Zusammenfassung steht. In diesen Abschnitt gehören der Name des künftigen Unternehmens, der Name des Gründers, die Idee und deren Alleinstellungsmerkmal rein. Arbeiten Sie hier gründlich die Besonderheit heraus. Nur so wird der “Bearbeiter” Ihren Businessplan weiter lesen.

Vergessen Sie nicht, Ihre Qualifikationen und Kenntnisse hervorzuheben. Das muss nicht immer das sein, was Sie gelernt haben. Wenn Sie 10 Jahre in der Gastronomie gearbeitet haben, aber eigentlich Steuerberater sind, und nun ein Restaurant eröffnen möchten, sollten Sie nicht Ihre Steuerberater-Kenntnisse an die erste Stelle setzen. Betonen Sie vielmehr Ihre in der Gastronomie erworbenen Kenntnisse.

Erläutern Sie hier auch Ihre Zielgruppe und wie Sie diese mit Ihrem Angebot erreichen möchten. Das hilft Ihnen zusätzlich dabei, Ihren eigenen Plan zu visualisieren und die Umsetzung zu erleichtern.

Für die Umsetzung Ihrer Idee benötigen Sie natürlich Kapital. Spätestens jetzt müssen Sie sich Gedanken darüber machen, wie viel Kapital Sie für die Umsetzung benötigen und welchen Umsatz Sie selbst in den nächsten Jahren erwarten.

Bevor Sie hier  irgendwelche Zahlen eingeben, sollten Sie darüber nachdenken, wo Sie hinmöchten, wie viel Angestellte Sie später beschäftigen möchten, und was Sie für Geld benötigen, um auch dorthin zu kommen. In diesem Zusammenhang können Sie sich Ihre Ziele noch einmal verinnerlichen und schriftlich festhalten.

2. Gründerperson

Sie als Gründerperson müssen bzw. sollten die entsprechende Qualifikation für Ihr Vorhaben mitbringen. Dazu gehört nicht zwangsläufig Ihr Berufsabschluss. Auch die Berufserfahrung zählt als Qualifikation.

Sind Sie gelernter Maurer, haben aber in den letzten Jahren als Erzieher gearbeitet, und möchten nun als Tagesvater arbeiten, haben Sie gute Chancen, dass Ihre Geschäftsidee gefördert wird. Damit besitzen Sie ausgeprägte Branchenkenntnisse und sind kein Neueinsteiger. Wichtig ist, dass Sie diese Kenntnisse deutlich herausarbeiten, Ihre Stärken betonen.

Viele Neugründer vergessen über Ihre Idee den kaufmännischen Aspekt. Es genügt nicht nur, kreativ zu sein. Sie sollten auch über Grundkenntnisse in Buchhaltung und Wirtschaftswesen verfügen. Sind diese Kenntnisse nicht vorhanden, ist ein Kurs in Buchhaltung bzw. Rechnungswesen angebracht. Gerade in der Gründungsphase scheitern viele Neugründer an den Steuergesetzen.

3. Dienstleistung/Produkt

In diesem Punkt arbeiten Sie Ihr Angebot heraus. Hier haben Sie die Gelegenheit, Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung zu beschreiben. Was ist das Besondere an dem, was Sie bieten? Gibt es dieses Angebot schon? Wenn ja, was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?

Handelt es sich um ein Produkt, arbeiten Sie den Start der Produktion und dessen Entwicklungsstand heraus. Welche Aufgaben müssen Sie noch bis zum Start der Produktion erfüllen und wann kann das Produkt vermarktet werden? Gibt es noch Formalitäten, die Sie erledigen müssen (Zulassungen)? Wenn ja, wann kümmern Sie sich darum?

Bei entwicklungsintensiven Vorhaben arbeiten Sie die noch notwendigen Entwicklungsschritte für das Produkt heraus und legen fest, wann eine Null-Serie aufgelegt werden kann. Halten Sie hier auch fest, wer das Testverfahren für das Produkt durchführt, wann das eventuelle Patentierungsverfahren abgeschlossen sein wird welche Zulassungen noch notwendig sind.

4. Marktübersicht

Die Marktübersicht zwingt Sie zu einer Marktanalyse. Fassen Sie hier Ihre Kunden zusammen. Wer sind Ihre Kunden und wo befinden Sie sich?

Bei einem größeren Kundensegment schlüsseln Sie die einzelnen Kundensegmente nach Geschlecht, Einkaufsverhalten, Alter, Einkommen und Beruf auf. Sollten Sie bereits Kunden haben, fassen Sie zusammen, welches kurz- oder langfristige Umsatzpotenzial Ihre Kunden mitbringen.

Wie gefragt ist Ihr Produkt/Dienstleistung? Wer benötigt Ihre Dienstleistung und welche Bedürfnisse haben Ihre Kunden? An dieser Stelle arbeiten Sie Ihren Markt heraus und stellen so klar, wie gefragt Ihr Produkt/Dienstleistung ist.

5. Konkurrenz

Wie sieht Ihre Konkurrenz aus? Wer sind Ihre unmittelbaren Konkurrenten und wie sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Konkurrenz aus?

Arbeiten Sie heraus, was die Stärken und Schwächen Ihrer Konkurrenz sind und wie Sie diesen begegnen. Dasselbe gilt für die Schwächen. Welche Schwächen haben Sie und wie möchten Sie diese ausmerzen?

Nennen Sie Ihren Standort. Wo bieten Sie Ihr Produkt oder Dienstleistung an? Wieso haben Sie sich für diesen Standort entschieden? Gibt es Nachteile? Wenn ja, welche und wie können Sie diesen Nachteilen begegnen?

6. Marketing

Kunden erteilen Aufträge nach Ihrem Nutzen. Je höher der Nutzen der Kunden ist, umso größer ist die Chance auf eine Förderung. Arbeiten Sie deshalb hier den Kundennutzen besonders gut heraus. In welcher Form profitiert Ihr Kunde von Ihrem Angebot (z. B. Kostenersparnis)? Wieso ist Ihr Angebot besser, als das Ihrer Konkurrenz? An dieser Stelle können Sie bereits mit Zahlen arbeiten, die überzeugen.

Gehen Sie auf Ihre Preisstrategie ein. Zu welchen Preisen möchten Sie Ihr Produkt bzw. Dienstleistung anbieten? Begründen Sie diese Entscheidung mit einer Kalkulation. Ein Beispiel: Eine Lektorin bietet ihre Dienstleistung zu einem Seitenpreis von 10 Euro an und begründet dies mit ihrem Zeit- und Arbeitsaufwand.

Bei einem Produktvertrieb gehen Sie auf die beabsichtigten Absatzgrößen ein und welche Vertriebspartner Sie nutzen möchten. Vergessen Sie hier nicht die Kosten für den Vertrieb.

Ein wichtiger Faktor ist die Werbung. Schlüsseln Sie auf, wie Sie Ihre Kunden erreichen möchten. Dazu gehören nicht nur Werbemaßnahmen, sondern auch die persönliche Ansprache der Kunden. Von Plakaten allein werden Ihre Kunden nicht von Ihnen erfahren. Denken Sie aber daran, dass telefonische Kontaktaufnahmen zu Werbezwecken in Deutschland verboten sind.

7. Personal/Unternehmensform

Viele Neugründer beginnen als Einzelgründer in Form eines Einzelunternehmens oder als Freiberufler. Geben Sie hier an, welche Rechtsform Sie gewählt haben und aus welchen Gründen. Bei Freiberuflern erübrigt sich die Begründung. Sie arbeiten meistens allein.

Bei Gründungen größerer Unternehmen spielt auch die Angabe der betrieblichen Organisationsform mit in den Businessplan. Betriebliche Organisation bedeutet: Wer ist für welche Funktion verantwortlich und wie kontrollieren Sie das?

Beabsichtigen Sei, Mitarbeiter einzustellen? Wenn ja, welche Qualifikation sollten diese mitbringen?

8. Risiken und Chancen

Dieser Abschnitt hilft Ihnen dabei, die Risiken und Chancen abzuschätzen, die auf Sie mit Ihrem Unternehmen zukommen können. Das heißt, Sie geben hier die drei größten Chancen für eine positive Unternehmensentwicklung und drei Risiken für eine Behinderung der Unternehmensentwicklung an. Ein Risiko kann eine Wirtschaftskrise sein.

9. Finanzierung

Die Finanzierung ist ein wichtiger Aspekt einer Unternehmensgründung. Besitzen Sie keine kaufmännischen Kenntnisse, sollten Sie diese Erstellung gemeinsam mit einem Steuerberater vornehmen. Sie kann entscheidend für die Zusage einer Förderung sein.

Hier gehören neben den Lebenshaltungskosten (monatlich) auch Reserven für nicht kalkulierbare Ereignisse wie Unfall und Krankheit, der Gesamtkapitalbedarf für den Unternehmensstart und Anschaffungen und eine Liquiditätsreserve in der Anfangszeit rein. Fügen Sie, wenn möglich, Kostenvoranschläge für Ihre Planung vor. Vergessen Sie dabei nicht Ihr Eigenkapital und den Fremdkapitalbedarf.

Geben Sie Förderprogramme an, die Sie eventuell nutzen könnten. Informationen dazu gibt Ihnen die KfW-Bank.

Zum Schluss gehen Sie auf den Liquiditätsplan und die Rentabilitätsrechnung ein. Im Liquiditätsplan halten Sie die monatlichen Zahlungseingänge (Angabe für drei Jahre), die monatlichen Fixkosten wie Personal, Material, Miete, die Investitionskosten für 12 Monate und die monatliche Rate für einen eventuellen Kredit fest.

In der Ertragsvorschau (Rentabilitätsrechnung) schätzen Sie Ihren Umsatz, Kosten und den Gewinn für die nächsten drei Jahre ein. Bleiben Sie dabei realistisch und setzen Sie nicht zu hoch bzw. zu niedrig an. Im Bedarfsfall ziehen Sie einen Steuerberater für Ihre Berechnung zur Hilfe.

10. Unterlagen

Zu Ihrem Businessplan fügen Sie einen tabellarischen Lebenslauf, einen eventuellen Pachtvertrag, Leasingvertrag oder Kooperationsvertrag hinzu. Auch Marktanalysen, Branchenkennzahlen (erhältlich bei der zuständigen Kammer), Gutachten und eine Übersicht der Sicherheiten gehören als Anlage zum Businessplan dazu.

Sollten Sie Schwierigkeiten beim Erstellen des Businessplans haben, helfen Ihnen Steuer- und Unternehmensberater weiter und beraten Sie.

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  • Auflage Nr. 4 (01.08.2016)
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  • Herausgeber: Springer Gabler
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