Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit – der Weg in die Selbstständigkeit

Arbeitsuchend - Chancen erkennen und Perspektiven finden
Wenn die Arbeit zum Frust wird

Beruflich erfolgreich sein und gleichzeitig in seiner Arbeit aufzugehen – dies ist die Wunschvorstellung vieler. Doch Umfragen zufolge sind rund 50 % aller Deutschen mit ihrem Job unzufrieden. Manche fühlen sich wie in einem Hamsterrad, haben das Gefühl, sich tagtäglich abzumühen für einen Beruf, der ihnen wenig Freude bereitet.

Nicht wenige fragen sich, wie sie ihrem Berufsweg eine neue Richtung geben können. Die Selbstständigkeit ist eine attraktive Vorstellung. Wer den Sprung ins kalte Wasser wagt, kann auf der Welle des Erfolgs schwimmen oder einen Bauchplatscher landen. Um Letzteres zu vermeiden, sollte der Weg zu beruflicher Unabhängigkeit sorgfältig geplant werden.

Am Anfang steht die Geschäftsidee

Zu Beginn des Erfolgs steht immer eine gute Geschäftsidee. Wenn Sie das Risiko einer Selbstständigkeit eingehen möchten, müssen Sie einen guten Grund dafür haben. Arbeitslosigkeit oder einfach der Wunsch, Ihr eigener Chef sein zu wollen, führt zu oft planlosen Aktionismus, der in der Regel scheitert.

Selbstständig zu arbeiten setzt voraus, dass Sie etwas zu bieten haben, für das ein anderer freiwillig zahlen würde. Dies kann ebenso wertvolles Fachwissen, wie handwerkliches Geschick oder kreatives Talent sein. Hauptsache ist, Sie haben etwas im Angebot, für das es einen Markt gibt, und Sie heben sich mit einer guten Geschäftsidee von der zahlreichen Konkurrenz ab.

Eine gute Vorbereitung ist alles

Niemand wird blind und ohne Vorbereitung ein Unternehmen gründen. Sie werden wahrscheinlich monatelang, vielleicht auch jahrelang darüber nachgedacht, die Vor- und Nachteile abgewägt und sich mit dem Partner, Freunden oder Familie über Ihre Pläne unterhalten haben. Hat die Idee von der Selbstständigkeit soweit Gestalt angenommen, dass Sie sie in Angriff nehmen wollen, tun Sie gut daran, sich intensiv auf Ihre Unternehmensgründung vorzubereiten.

Zunächst sollten Sie sich die Mühe machen und eine persönliche kleine Marktanalyse erstellen. In einer Straße eine Bäckerei zu eröffnen, in der es bereits drei Bäckereien gibt, ist ebenso wenig eine gute Idee, wie einen Skiverleih an der Nordseeküste zu führen. Fragen Sie sich also im nächsten Schritt nicht, was Sie dem Markt bieten können, sondern was der Markt im Gegenzug für Sie bereit hält. Versuchen Sie zu ermitteln, inwieweit es Bedarf für Ihr Produkt, Ihr Geschäft oder Ihre Dienstleistung gibt. Wer sind Ihre potenziellen Kunden, und wo finden Sie sie?

Wenn Sie das gute Gefühl haben, dass Ihr Unternehmen gerade jetzt zur richtigen Zeit am richtigen Ort gegründet werden könnte, können Sie in die nächste Phase übergehen.

Lassen Sie sich beraten

Wer ein Unternehmen gründet, muss an unzählige Dinge denken. Sowohl rechtliche, als auch wirtschaftliche Konsequenzen und Pflichten entstehen aus Ihrer Existenzgründung. Wenn Sie an dieser Stelle einen Fehler machen, kann Sie dieser später teuer zu stehen kommen. Es empfiehlt sich, hier einen Experten zurate zu ziehen.

Beratungen zu Existenzgründungen und die unterschiedlichen Formen und Möglichkeiten, in die Selbstständigkeit zu wechseln, bietet als erste Anlaufstelle die Agentur für Arbeit. Außerdem können Sie ein professionelles Businesscoaching in Anspruch nehmen, das je nach Bundesland gefördert wird.

Erstellen Sie einen Businessplan

Am Businessplan führt kein Weg dran vorbei. Banken, bei denen Sie wegen eines Gründungskredites vorstellig werden, aber auch andere Geldgeber, Investoren, das Arbeitsamt etc. wollen überzeugt werden, dass Ihre Unternehmensgründung Hand und Fuß hat.

Aber auch für Sie selbst ist das Erstellen eines Businessplans ein wichtiger Schritt, denn in diesem Papier wird Ihrer Geschäftsidee nicht nur schriftlich festgehalten, sondern auch ausformuliert. Sie erhalten dadurch die Chance, sich noch einmal ausgiebig mit Ihren Plänen zu befassen und ihnen eine Struktur zu geben. In einer Art Analyse stellen Sie

  • die Realisierbarkeit dar, aber auch
  • das wirtschaftliche Potenzial,
  • die Finanzierungspläne und
  • den Bedarf an Arbeitsmitteln, eventuell Arbeitskräften etc.

Der Businessplan ist also mehr als nur ein Fahrplan zur Existenzgründung, er ist die These Ihres Erfolgs.

Hilfe bei der Erstellung des Businessplans erhalten Sie bei den Beratungsstellen der Agentur für Arbeit, ebenso wie durch Ihren Businesscoach. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Online Tools, die Ihnen die Erstellung erleichtern.

Die Finanzierung Ihrer Geschäftsidee

Je nachdem, was für ein Unternehmen Sie gründen wollen, kann der Weg in die Selbstständigkeit einen enormen Bedarf an finanziellen Mitteln erfordern. Sofern Sie nicht selbst ein beträchtliches Vermögen besitzen, müssen Sie an dieser Stelle mögliche Geldgeber, Investoren und Kreditgeber finden. In der Regel sind Banken hierfür erste Ansprechpartner. Die kfW bietet beispielsweise verschiedene Gründerkredite an, die je nach finanziellem Bedarf und Gründungsform greifen und zudem staatlich gefördert werden.

Grundsätzlich bestehen verschiedene Möglichkeiten der staatlichen Bezuschussung Ihrer Unternehmensgründung. Hierüber sollten Sie sich auf jeden Fall individuell beraten lassen.

Bedenken Sie bei dem Thema Finanzierung auch immer, dass Ihr Unternehmen mit größter Wahrscheinlichkeit einige Anlaufzeit benötigt, bis es Gewinn abwirft. Gerade in den ersten Monaten nach der Gründung, in denen noch kein Kundenstamm aufgebaut werden konnte und nur nach und nach die ersten Aufträge reinkommen, muss Ihr eigener Lebensunterhalt gesichert sein, um Sie nicht völlig in den Ruin zu stürzen.

Geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht

Ist die Finanzierung gesichert, können Sie zur Tat schreiten. Sie müssen zunächst entscheiden, welche Unternehmensform für Sie und Ihr Gewerbe passend ist. Hier gibt es keinen allgemeinen Rat, ob Sie eine

  • GmbH gründen,
  • eine GbR oder
  • als Einzelperson lediglich ein Gewerbe anmelden.

Dies ist abhängig von der Art und dem Umfang Ihres Produktes bzw. Ihrer Dienstleistung. Auch hierzu geben Gründerberatungsstellen gerne Auskunft.

Nun müssen Sie kreativ werden. Wie soll Ihr Unternehmen heißen? Um erfolgreich zu starten, müssen Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht geben. Das Thema Corporate Design wird von Unternehmensgründern oft vernachlässigt, da Sie den Eindruck haben, Marketing sei nur etwas für große Unternehmen. Doch das ist ein Irrtum.

Ein gezieltes Marketing hilft Ihnen dabei, Ihr Unternehmen in die Köpfe der Menschen zu katapultieren. Wählen Sie also einen aussagekräftigen und doch individuellen und kreativen Namen, der leicht im Gedächtnis bleibt. Investieren Sie in ein professionelles Logo und eine ebenso professionelle Webseite.

Überlegen Sie sich jetzt schon, welche Farben Ihr Unternehmen repräsentieren sollen und bleiben Sie dabei. Die Hauptfarben, die signifikant für Sie sein sollen, finden sich im Logo oder Firmenschriftzug wieder. Zusätzlich sollten Sie Basicfarben definieren, die im Hintergrund auf der Webseite, in Flyern etc. auftauchen können.

Denken Sie an dieser Stelle daran, Ihren Firmennamen und das Logo markenrechtlich schützen zu lassen. Hierzu sollten Sie die professionelle Hilfe eines Anwalts in Anspruch nehmen.

Denken Sie an die Anmeldung

Behördengänge sind in der Gründungsphase Pflicht. In der Regel müssen Sie ein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Ebenso sollten Sie eine entsprechende Meldung beim Finanzamt vornehmen. Je nach Gewerbe sind weitere Anmeldungen nötig wie Beispielsweise der Handelsregistereintrag oder die Registrierung bei einer berufsspezifischen Kammer.

Versicherungen

Zu guter Letzt sollten und müssen Sie sich teilweise hinreichend versichern. Prüfen Sie, inwieweit Sie sich sozialversichern müssen, ob Sie der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen und vergleichen Sie gesetzliche und private Krankenkassentarife. Falls dies im Rahmen Ihrer Finanzierungsmöglichkeiten liegt, sollten Sie weitere Maßnahmen zur Altersvorsorge in Betracht ziehen. Unverzichtbar ist eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit. Weitere Versicherungen wie beispielsweise eine Berufshaftpflicht sind je nach Unternehmen individuell zu klären.

Haben Sie es bis hierin geschafft, können Sie voll durchstarten.

Übrigens: Sollten Sie von dieser Form der Neugründung absehen und weniger komplizierte Möglichkeiten der Unternehmensgründung bevorzugen, sind der Einstieg als Selbstständiger in ein Franchise Unternehmen oder eine Beteiligung in ein bestehendes Unternehmen ebenfalls attraktive Alternativen.

Bücherempfehlungen zur Selbstständigkeit

Selbstständigkeit wagen (Haufe TaschenGuide)
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  • Joachim S. Tanski, Andreas Schreier, Steffen Thoma, Axel Singler
  • Herausgeber: Haufe Lexware
  • Auflage Nr. 12012 (13.08.2012)
  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Das Richtige gründen. Werkzeugkasten für Unternehmer
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Das Richtige gründen. Werkzeugkasten für Unternehmer
  • Patrick Stähler
  • Herausgeber: Murmann Verlag
  • Auflage Nr. 32017 (01.01.2017)
  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Existenzgründung für Dummies
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  • Stefanie Sammet, Stefan Schwartz
  • Herausgeber: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
  • Auflage Nr. 3 (14.04.2016)
  • Taschenbuch: 349 Seiten

Letzte Aktualisierung am 20.07.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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