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Auslandspraktikum - Doppelter Bonus

Es muss nicht immer Deutschland sein. "Vor allem wenn jemand später in einem internationalen Fachbereich arbeiten möchte, sind Auslandspraktika sehr erwünscht", sagt Heike Reiß-Ekelund von der Deutschen Bank. Praktika, noch dazu im Ausland, bringen meist doppelte Vorteile mit sich: Einmal um Fremdsprachen zu lernen, zum anderen um interkulturelle Fähigkeiten zu trainieren und Unternehmen mit anderen Kulturen kennen zu lernen. "Praktische Auslandseinsätze sind zwar kein Muss, aber sie sind sehr gut für den Lebenslauf", weiß die Personalexpertin. "Viele gehen dabei jedoch sehr blauäugig vor und wundern sich dann, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind", hat Hubertus von Treuenfels, Geschäftsführer der Vermittlungsagentur für Auslandspraktika XChange, festgestellt. Arbeitsprozesse und Kommunikationsstrukturen unterscheiden sich oft extrem von denen in Deutschland. Vorbereitung und genaue Recherche vorab sind deshalb oberste Pflicht. Wer ein Praktikum im Ausland machen möchte kann entweder alles auf eigene Faust organisieren oder sich an eine Agentur wenden, die Auslandsaufenthalte gegen Gebühr komplett plant. Auf eigene Faust: Nicht immer kann man bei einem Auslandspraktikum Geld verdienen. Die Finanzierung sollte deshalb schon frühzeitig geplant werden. Auf den Praktikanten kommen meist hohe Kosten zu. Das geht schon mit dem Visum los: In vielen Ländern benötigen ausländische Praktikanten ein besonderes Arbeitsvisum. Ausländer, die nur ein Touristenvisum haben, dürfen in den meisten Fällen nicht arbeiten. Das richtige Visum für Südafrika kostet zum Beispiel 200 Euro. In Australien gibt es ein Work-And-Travel-Visum. Der Praktikant hat damit die Möglichkeit für ein Jahr in Australien zu arbeiten - allerdings nur für drei Monate bei einem Arbeitgeber - Kostenpunkt für das Work-And-Travel-Visum: 50 Euro. Neben den Kosten für das Visum sollten die Punkte Anreise, Unterkunft, Impfungen, Reiseapotheke, eventuell Nahverkehrticket oder Mietwagen und natürlich Taschengeld im Finanzplan bedacht werden. "Auf sogenannten Yellow Pages kann man für fast jedes Land Links zu verschiedenen Unternehmen finden, die man dann anschreiben kann", rät von Treuenfels. Adressen von Unternehmen vor Ort bekommt man auch über die Botschaften oder die Auslands-Handelskammern (AHK). Stipendien: Wenn das Geld nicht reicht, kann man sich auch für eines der zahlreichen Auslandsstipendien bewerben. Welche Fördermittel angeboten werden, wissen oft die Universitäten oder der Deutsche Akademische Austauschdienst (www.daad.de) in Bonn. Darüber hinaus unterstützen auch eine Vielzahl privater Stiftungen Studierende bei ihrem Auslandsaufenthalt. Gute Noten und Sprachkenntnisse sind dazu allerdings oft zwingende Voraussetzung. Unter besonderen Prämissen kann ein Student sogar Auslandsbafög erhalten. Nämlich dann, wenn Praktika in der Prüfungsordnung vorgeschrieben und inhaltlich geregelt sind. Die im Inland gelegene Uni oder die zuständige Prüfungsstelle muss das Praktikum absegnen und prüfen, ob die Praktikantenstelle den Anforderungen der Prüfungsordnung entspricht. Das Praktikum im Ausland muss der Ausbildung im Inland förderlich sein und mindestens 3 Monate dauern. Bei Praktika außerhalb Europas ist eine zusätzliche Bescheinigung mit dem Inhalt des Praktikums nötig. Außerdem muss der Bewerber über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen. Die Anträge sind bei gesondert bestimmten Ämtern für Ausbildungsförderung zu stellen, hier bekommen Studenten auch alle wichtigen Infos über die Förderung. Frühzeitige Planung ist auch bei der Förderung ganz wichtig: Die Anträge sind in jedem Fall spätestens 6 Monate vor Beginn des Auslandsaufenthaltes bei dem zuständigen Amt einzureichen, damit eine rechtzeitige Auszahlung der Förderbeträge gewährleistet ist. Agenturen: Wer den Aufwand scheut, sein Auslandspraktikum selbst zu organisieren, kann auch eine Agentur damit beauftragen. Eine gute Agentur zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Vertretung vor Ort hat, die sowohl die Praktikanten als auch die Unternehmen betreut. Nur so ist sichergestellt, dass die Mitarbeiter der Agentur die Arbeitgeber auch kennen. Die Vermittlung sollte dabei nicht länger als drei Monate dauern. Agenturen, die eine Zahlung der gesamten Vermittlungsgebühr im Voraus verlangen, sind unseriös. Üblich ist eine Bearbeitungsgebühr von maximal 50 Euro. Die Vermittlungsgebühren der Agenturen sind sehr unterschiedlich. Die Preise sind davon abhängig, was alles im Paket enthalten ist. Einige Anbieter vermitteln nur den Arbeitsplatz, andere kümmern sich auch um den Flug, die Unterkunft und das Visum. Zwischen 500 und 9000 Euro variieren hier die Angebote.